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title: "Markdown statt Gutenberg: wie Texte hier entstehen"
description: "Kein Editor-Backend, kein Medien-Upload, kein Speichern-Knopf. Ein Artikel ist hier eine Datei im Git-Repo. So sieht der Workflow aus."
url: "https://www.tobiasherold.de/blog/markdown-statt-gutenberg/"
date: 2026-07-06
author: "Tobias Herold, Kiel"
lang: de
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# Markdown statt Gutenberg: wie Texte hier entstehen

Seit dem Umzug auf Astro gibt es hier kein Backend mehr. Kein Login, kein Editor-Fenster, keinen Speichern-Knopf. Ein Artikel ist eine Datei. Das klingt erstmal nach Rückschritt und ist, für meinen Workflow, das Gegenteil.

## Eine Datei pro Artikel

Jeder Eintrag liegt als `.mdx`-Datei im Repo, benannt nach dem Schema `JJJJ-MM-TT-slug.mdx`. Oben in der Datei steht das Frontmatter: Titel, Datum, Kategorie, Schlagworte, Beschreibung. Darunter kommt der Text als Markdown. Astro prüft das Frontmatter beim Build gegen ein Schema. Fehlt die Beschreibung oder ist das Datum kaputt, bricht der Build ab, bevor irgendwas online geht.

Das Datum im Dateinamen sortiert die Dateien im Ordner. In der URL taucht es nicht auf, dort zählt nur der Slug: `/blog/markdown-statt-gutenberg/`.

## Schreiben, committen, fertig

Der Ablauf für einen neuen Artikel:

1. Datei anlegen, Frontmatter ausfüllen
2. Text schreiben, lokal mit `npm run dev` gegenlesen
3. Committen und pushen

Den Rest macht die Build-Pipeline. Sie baut die HTML-Seiten, aktualisiert den RSS-Feed und die Sitemap und indexiert den Volltext für die Suche. Es gibt keinen Zustand außerhalb des Repos. Was im Git-Log steht, ist die Seite.

  Ein `draft: true` im Frontmatter reicht, damit ein Artikel im lokalen
  Dev-Server sichtbar bleibt und in Production nirgends auftaucht. Kein
  eigener Status-Workflow, kein Veröffentlichungs-Dialog.

## Ein anderer Ansatz, kein besserer für alle

Ich will hier nichts gegen klassische Redaktionssysteme sagen. WordPress bleibt für die meisten Betriebe eine völlig vernünftige Wahl, und meine Agentur baut solche Seiten jeden Tag. Für tobiasherold.de ist der Dateien-Anatz bewusst ein anderer Weg, mit klaren Abstrichen und einem klaren Gewinn.

Die Abstriche: Es ist ein bisschen nerdig. Layout-Freiheit gebe ich auf, was in Gutenberg ein paar Klicks wären, ist hier eine Component im Code. Und die Pflege läuft über Git statt über ein Backend, das kennt nicht jedes Redaktions-Team.

Der Gewinn: Die Seite ist quasi nativ für agentische Werkzeuge optimiert. Jeder Artikel ist Klartext im Repo, KI-Werkzeuge können lesen, prüfen, anlegen und committen, ohne über einen Editor-Hack. Und der Workflow passt in meinen Alltag: Ich schreibe ohnehin in Markdown, in Obsidian, in meinem Second Brain. Der Weg vom fertigen Text bis zur Live-Seite ist ein Commit statt einer Kopier-Orgie über drei Anwendungen.

Genau das ist auch der Grund, warum ich diesen Weg für mich gewählt habe: Der Text bleibt meiner, entsteht dort, wo ich denke, und der letzte Commit läuft über meinen Schreibtisch.

Wer den kompletten Stack hinter der Seite sehen will: Der steht im Eintrag [Von WordPress zu Astro](https://www.tobiasherold.de/blog/von-wordpress-zu-astro/).
