Kitesurfing in Brasilien bei Kiel

Guter Start ins neue Surfjahr

Nachdem das vergangene Jahr mit milden Temperaturen, Sonne und gemäßigtem Wind ausklang, startete das neue gestern mit deftigen Bedingungen. Der Winter ist nun definitiv eingekehrt.

Bei rund sieben Beaufort mit Sturmböen, Temperaturen um den Gefrierpunkt und gut teilweise überkopfhohen Wellen ging es diesmal nur darum, dabei gewesen zu sein.

Der vordere Parkplatz in Brasilien war erstaunlicherweise bis zum letzten Platz belegt. Die Stimmung war erwartungsvoll und entspannt. Im Winter ist die Szene überschaubar und man freut sich über andere Mitstreiter – und nicht nur um Hilfe beim Starten zu haben. Ich genieße diese seltenen Tage, auch wenn die Sessions  zeitlich begrenzt sind. Irgendwann machen die Finger in der Kälte einfach nicht mehr mit.

Gestern fiel meine Wahl auf das schlanke 5,10’er. Es ist einfach perfekt für diese Bedingungen. Obwohl ich mit meinem 7er Kite ziemlich am Limit fuhr, hatte ich keinerlei Kontrollprobleme.  Dank der scharfen Rails und des schmalen Pintails konnte ich Böen gut über eine stärkere Kantenbelastung ausreiten. Und das Abreiten der steilen Düngungswellen war einfach ein Traum. Teilweise liefen sie bis zum Strand.

Ein weinendes und ein lachendes Auge

R.I.P. – Ich hatte meine GoPro diesmal auf der Brettspitze platziert, weil ich unbedingt Aufnahmen von brechenden Wellen haben wollte. Die Bedingungen waren dann leider doch zu ruppig. Bereits beim zweiten Schlag verabschiedete sich die Kamera in die Tiefen der Ostsee. F**k.

Ansonsten bin ich aber immer wieder überrascht über die Alltagstauglichkeit der Hollow-Wood-Konstruktionen. Holz ist  generell ein „lebender“ Werkstoff. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit arbeitet Holz. Es dehnt sich aus und schwindet. Bei Sperrholz weniger, bei massivem Holz mehr. Aber die Konstruktion scheint die entstehenden Spannungen und Größenänderungen gut verkraften zu können.

Sonne, Frost, Belastungen durchs Springen und Waschgänge im Shorebreak – die Surfbretter werden wirklich nicht geschont. Aber sie stecken alles klaglos weg. Während ich anfangs noch sehr vorsichtig mit meinen ersten Boards umgegangen bin, sind die Hemmungen  völlig gefallen. Genügend Ersatzboards sind ja mittlerweile auch vorhanden. :-)

Der gestrige Tag mit seinen extremen Bedingungen hat es wieder einmal gezeigt – Surfboard aus Holz sind eine echte Alternative.

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Guter Start ins neue Surfjahr“

  1. Hi Tobias,
    Toll dass ich Deinen Blog gefunden habe. Es gibt bei uns einige Parallelen.: ich bin auch Windsurfer und bin im ersten Berufsleben schreinermeister und im zweiten Architekt geworden. 1980 habe ich mein erstes Funboard in Spanten – Stringer Bauweise gebaut. Danach aber nur noch in GFK. (Ich schicke gerne mal ein Bild) . Nun habe ich vor ein überbreites (110 cm) Formulaboard wiederum in Holz zu bauen. Ich bräuchte dafür noch ein paar Tipps. Ich hatte wiederum vor in Spanten – Stringer Bauweise mit pappelsperrholz zu bauen.
    Kann ich dafür PUR- Leim von Henkel nehmen oder besser Epoxy
    Hast Du Erfahrungen mit Finnen Verstärkungen ( die Hebelkräfte einer 80 cm Finne sind ja immens.)
    Ich wünsche eine windreiche Saison!
    Andreas

    1. Ich versuche Epoxy immer möglichst zu vermeiden. Wenn man sehr passgenau arbeitet, kann man auch mit üblichem D3/D4-Holzleim kleben. Das ist grundsätzlich auch stabiler als der aufschäumende PUR-Leim. Und man hat auch nicht die Probleme, dass sich eventuell später ein PUR-Schaumkügelchen löst und im Inneren rumklimpert.

      Mit langen Finnen habe ich noch keine praktischen Erfahrungen. Bei meinem Foilboard habe ich mit einem Doppelstringer gearbeitet und eine großzügige Finnenverstärkung dazwischen geklebt.

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