Kitesurfboard aus Paulownia

Haltbarkeit von Surfbrettern aus Holz

Das kleine 5,6’er Surfboard aus Paulownia bin im vergangenen Jahr am häufigsten gefahren. Nach einer wellenreichen Saison und zahlreichen Einsätzen an der Kieler Ostsee und in Dänemark wird es nun in Rente geschickt und erhält einen Ehrenplatz im neuen Surfbrett-Ständer.

Nachdem das Wachs runter ist, ist es Zeit mal genau nachzusehen, ob der Einsatz, das Springen und der Transport (anfangs hatte ich noch keine Boardbag) Spuren hinterlassen haben.

Erster Eindruck

Ohne Wachs und blank poliert sieht das Surfbrett aus wie frisch aus der Werkstatt. Das Paulownia-Holz ist durch die Sonne leicht nachgedunkelt, was die Holzstruktur jedoch nur besser zur Geltung bringt.

Es gibt am linken Rail und im Unterdeck einige leichte Eindrücke. Hier habe ich das Board offensichtlich am Strand mal auf Steine gelegt oder beim Transport nicht ausreichend gepolstert. Es sind jedoch keine Risse zu sehen. Der verwendete Yachtlack auf Leinölbasis, der in zwei Schichten aufgetragen wurde, scheint so flexibel zu sein, dass er bei solchen Belastungen nicht reisst. Sehr beruhigend.

Haarriss im Fersenbereich

Beim genauer Begutachtung fällt ein feiner Haarriss im Bereich der vorderen Standbereich auf. Da ich den kurzen, kabbeligen Wellen  der Ostsee meistens mit Fußschlaufen fahre, ist die Belastung  sehr hoch. Beim Springen war sie anscheinend einmal zu hoch.  Im Fersenbereich der vorderen Fußschlaufe gibt es einen kleinen, feinen Haarriss entlang der Leimfuge.

Eine Kontrolle im CAD-Plan zeigt, dass an dieser Stelle genau zwischen zwei Rippen befindet. Durch eine einfache Verstärkungsleiste hätte den Riss wahrscheinlich vermieden werden können.

Viel Wasser ist durch den feinen Riss nicht eingedrungen. Ich habe im vergangenen Jahr nie Wasser im Inneren schwappen hören. Trotzdem ist das Gewicht leicht erhöht – ca. 300g. Ob es durch die Heizungsluft im Winter wieder komplett verdunstet, wird sich zeigen.

FCS-kompatible-Plugs aus Mahagoni

Größtes Manko sind die selbst gefrästen Finnen-Plugs aus Mahagoni. Sie haben generell wunderbar funktioniert und sehen natürlich viel besser aus als ihre Pendants aus Kunststoff.

Allerdings waren auch sie nur 2-fach mit Yachtlack versiegelt. Durch die regelmäßige Demontage der Finnen und Sand hat sich der Yachtlack jedoch in den Schlitzen abgenutzt und das Holz war roh. Auch wenn Mahagoni sehr wasserresistent ist, durch die regelmäßige Einwirkung von Salzwasser ist das unversiegelte Holz etwas mürbe geworden und die Finnenaufnahmen haben sich etwas geweitet. Dies gilt speziell für die Center-Finne. Dort sind die Belastungen offensichtlich am größten. Bei den seitlichen Finnen der Thruster-Konfiguration sind die Auswirkungen nicht so zu beobachten.

Durch die Aufweitung haben die Finnen deswegen etwas Spiel und sitzen nicht mehr fest in den Plugs. Ich habe mir zeitweise beholfen indem ich die Finnen mit vier Madenschrauben fixierte und die Finnensockel zusätzlich mit einem Streifen Klebeband umwickelte.

Fazit und Verbesserungsoptionen

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Zustand des Surfbretts.

Der Haarriss in einem Fersenbereich ist bedauerlich, aber nicht kritisch. Wenn das Surfbrett noch einmal mit Yachtlack versiegelt, könnte man es strapless problemlos weiter benutzen. Bei den neueren Kiteboards verstärke ich mittlerweile die Fußschlaufenbereiche schon mit standardmäßig durch Verbundaufbauten beim Oberdeck und integriere zusätzliche Holzleisten zur Verstärkung.

Der Zustand der Mahagoni-Plugs ist allerdings bedauerlich. Vor der weiteren Benutzung müsste man diese austauschen, was glücklicherweise bei einem Holz-Surfbrett sehr unproblematisch ist. Einfach ein Holzstück in den Finnenschlitz kleben, dann mit einem passenden Forstnerbohrer den kompletten Finnen-Plug ausbohren und anschließend einen neuen Plug einkleben.

Falls ich noch einmal Plugs aus Holz herstellen sollte, werde ich diese einfach vorab mit Bio-Epoxy versiegeln.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.