Wooden Kite-Directional 5,4

Nachfolger für das „Kleine Schwarze“

Ich habe das neue Board als Nachfolger für den schwarz geflammten 5,4’ers gebaut. Die Fahreigenschaften des alten Boards sind sehr gut und ich bin ihn wirklich gerne gefahren, aber manchmal wünschte ich mir ein Board, was noch runder halst und harmonischer die Wellen abreiten lässt.

Die relativ breiten, eckigen Fishtails der modernen Vanguard-Shapes haben viele Vorteile, aber sie setzen einen sehr dynamischen Fahrstil mit bewußter Kantenbelastung voraus. Das führt zu einem kraftvollen, manchmal etwas „eckig“ wirkendem Fahrstil in der Welle.

Der neue Shape soll dies besser machen. Die Scoop-Rockerline blieb identisch, die Outline ist auch bis zu den Finnen relativ parallel – um anschliessend in einem breites Pintail auszulaufen. Auf den Channel habe ich aus Zeitgründen verzichtet. Dadurch erhoffe ich mir ein sehr viel harmonischeres Fahren und flüssigere Kantenwechsel. Nun muss sich die Theorie nur noch in der Praxis bewähren.

3,2 Kilogramm mit Verstärkungen

Es ist übrigens das erste Board, welches ich mit Schaumkern gebaut habe. Kite-Directionals müssen extrem hohe Belastungen aushalten. Mit der Hollow-Wood-Bauweise stösst man irgendwann leider an Grenzen. Meine Grenze liegt bei knapp vier Kilogramm. Weniger ist mit gutem Gewissen leider nicht drin, die Wahrscheinlichkeit eines Decksbruchs steigt ansonsten immens.

Das neue Board besitzt einen Kern aus recyceltem EPS und ist mit Paulownia-Holz verkleidet. Nose, Tail und Rails sind aus Mahagoni, um ausreichend Kantenschutz zu gewährleisten. Die Standbereiche sind zusätzlich mit Furnier verstärkt. Das Gewicht beträgt sensationelle 3,2 kg – und es wäre noch mehr weniger drin gewesen.

Ich hoffe, dass es in Kürze eine Alternative zu EPS gibt. Die ersten Hersteller experimentieren bereits mit Schaumkernen aus Algen, Pilzen oder Holz. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis dieses Problem gelöst sein. Dann wird es spannend!

Kurze Ergänzung: Ich bin das Board gestern bei guten sechs Beaufort  gefahren und bin total begeistert. Es fuhr sich genauso, wie ich es mit erträumt hatte. Easy Handling wie man es von einem modernen NoNose-Shaper erwartet aber rund und harmonisch beim Wellenabreiten und in den Halsen. Demnächst mehr!

14 Gedanken zu „Nachfolger für das „Kleine Schwarze““

  1. Hallo tobias ich habe das kleine schwarze mal nachgebaut mit 3fach epoxy anstrich und mit 18 messing rampa muffen als inserts hat mein brett gerade mal 2.9kilo gehabt. Ich bau seit neustem aber ohne stinger und nur noch mit rippen auf 4mm paulownia decks durch die bauweise bekommt man auch ein schönene flex darf aber auch die rails nicht so breit machen damit sie arbeiten können . Mein aktuelles projekt ist ein wave sup auch nur in rippenbauweise liegt aktuell bei 5.6 kilo ohne rails und beschichtung peil 8 kilo an für ein 7.11 x33x4,7 board

    1. Klingt klasse! Ohne Stringer habe ich auch schon gebaut. Es ist immer etwas aufreibend, ob die Rockerline sich nicht etwas zurückbiegt. Aber wenn es klappt, wird man mit zusätzlichem Flex belohnt.

      Aber 4mm Decks (ohne zusätzliches Laminat) sind echt dünn…da ist das Springen tabu. Und selbst Kabbelwellen dürften kritisch werden. Hast du schon einmal ein Board mit so so dünnen Decks gebaut?

      1. Ich bau im Standbereich alle 5cm Rippen mit je nach dem was rumliegt 6-8mm pappel und ansonsten alle 10cm die Decks halten ohne Probleme. Gesprungen bin ich auch eine paar mal bis jetzt lebt es noch.
        Oben mach ich 4.5mm und unten 4mm da ich Schreiner bin und denn Luxus hab auf der Arbeit eine breitband hab ist das scheigenau kein Thema.
        Mein Foil board hab ich mit 2 mal 5mm Decks gebaut und doppelstringer im standbereich, Brett hat mit gut gemeinten Verstärkungen 4.1 kilo.
        Mein neustes Projekt soll ohne stringer und Rippen auskommen nur mit formverleimten Oberdeck und Unterdeck mit 10x10mm querleisten gebaut werden nur über die Rails verbunden. Bin mal gepannt ob es dann denn flex eines Schaum Brettes bekommt.

        1. Aber du hast deine Boards laminiert, oder? Bei meinen Versuchen, haben die unlaminierten 4mm-Decks leider nicht gehalten.

          Bin gespannt auf dein rippenloses Projekt! Schreib mal, wenn es fertig ist!

          1. Mit epoxid Harz 3x gestrichen war alles der enge rippenabstand macht es denk ich möglich oder das das paulownia das harz so stark aufsaugt das daß wie ein Laminat wirkt. Werde mich melden wenn mein Ripples Bord fertig ist sind noch paar Details zu klären aber nächste Woche geht’s los.

          2. Bin gerade an der Planung meines riples Bords werde es wohl als Wellenreiter für meine kleinen Brüder bauen ,hab gerade aus Zufall denn Herrn Danny Hess gefunden der baut ja auch nur mit formverleimten Rails und paar kleinen Verstärkungen. Hab letzte Woche meine 4.11 mit doppelkonkarve fertig bekommen ohne epoxi nur yachtlack 2466gramm ohne wax und finnen.

    2. Hallo Sebastian

      ich habe gerade mein 6.8er SUP (96l) Erstling fertig gestellt:
      Er wiegt fertig 9kg mit je einer Lage 160g Glasgewebe oben und unten sowie je ein Schicht Glosscoat und einm Tailpad aus 4mm Kork.
      Der Rippenabstand beträgt 5cm die Rippen sind aus 3mm Pappelsperrholz.
      Die Decks habe ich aus Paulownia hergestellt und erst nach dem Verleimen von 6mm auf ???mm runtergehobelt. Das würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall vorher machen.
      Die Rails habe ich massiv aus Paulownia hergestellt.
      Vermutlich ist das mit Konkav-Konvex-Leisten sogar leichter herzustellen und hat vermutlich sogar eingeringeres Gewicht???

      Die Stringer sind 15×10 mm stark. Den oberen und den unteren Stringer habe ich außen mit Pappelsperrholz verstärkt.
      Ich glaub die Verstärkung kann man weg lassen. Zumindest den oberen Stringer würde ich beibehaltne. Erfahrungsgemäß brechen Board eher in der Stauchungszone.
      Welchen Rippenabstand nutzt du? Woraus fertigst du die Rippen an? Laminierst du deine Bretter?
      Gruß
      d!rk

  2. Hast Du schon einmal mit Balsa gebaut? Dazu noch innen laminiert? Ich bin gerade am Bau eines neuen, wieder teilbar, das Rohgewicht vorm zersägen lag mit Verstärkungen für den Teilbarkeitsmechanismus, bei knapp 3kg. Ich bin mir sicher, dass man ein Balsa HWS mit innen und Aussenlaminierung und knapp 6Fuß länge mit um die 3 kg hinkriegen kann. Wenn mein jetziges fertig wird, mach ich aber erst mal Pause, aber mein Sohn kriegt noch ein Shortboard, spätestens Frühjahr 2017 kann ich dann sagen, wie leicht es geht.
    Mein aktueller Bau gibts unter Build im Woodboardforum Thread: My challenge, Hotcurl, Balsa…
    Hoffentlich klappt auch alles so, wie ich mir das vorstelle…

    1. Mit Balsa habe ich noch nicht gebaut. Das ist mir zu empfindlich. Und generell möchte ich es aus Umwelt- und Gesundheitsgründen eigentlich vermeiden, Boards zu laminieren. Ich verwende Glasfaser nur noch bei SUPs, bei Shortboard verzichte ich darauf.

  3. EMS-Platten sind eigentlich Kühlhauswandpanele. Die B-Ware wird bei Burchardt vertickt. ich hab schon überlegt ob man den Standbereich von SUPS damit ausfüttert.

    1. Ich habe mal recherchiert. EMS ist der Hersteller, bei den Paneelen handelt es sich um übliche PU-Hartschaumplatten. PU ist engzelliger und damit leichter zu bearbeiten, aber es saugt im Gegensatz zu EPS Wasser. Umwelttechnisch ist nicht unbedingt besser, zumal häufig mit FCKW aufgeschäumt…da bleibe ich bei EPS, bzw. recyceltem EPS, bis es eine echte umweltfreundliche Alternative gibt.

  4. Hi Tobias, zum Thema Upcycling: die Firma Burchardt in Oldenburg in Ostholstein verkauft EMS-Platten in verschiedenen Größe und Dicken. Der Preis liegt bei unter 10 Euro für 2x1m in Stärken bis 20cm. Dieser Schaum müsste sich gut verwenden lassen, ich werde es im Winter probieren.
    LG Andreas

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