Wooden surfboard with veneer

Optimiertes 5,8er Surfboard mit Satin-Nussbaum-Furnier

Das reparierte 5,8’er Surfboard hat sich als erstaunlich vielseitig heraus gestellt. Ich habe bei verschiedenen Bedingungen und Windrichtungen gefahren und es macht einfach Spaß. Es geht früh los, ist sehr agil und auch bei kabbeligen Bedingungen noch gut kontrollierbar.

Aus diesem Grund habe ich es mir jetzt noch zweimal mit optimierter und verstärkter Innenkonstruktion gebaut. Eine edle Variante mit furniertem Sperrholz und eine pure Variante komplett mit Paulownia-Außenhaut.

Hier gibt es ein paar erste Fotos von der edlen Ausführung mit Satin-Nussbaum.

Optimiertes Hollow-Wood-Gerüst

Nachdem beim Prototyp des 5,8’er Surfboards nach einem Sprung leider eine Rippe im Fersenbereich brach und ich diese notdürftig reparieren musste, gibt es nun die Version 2.0.

Bei der neuen Konstruktion habe ich die Anzahl der Rippen der verdoppelt und das Oberdeck zusätzlich mit Leisten in Längsrichtung verstärkt.

Furnieren mit Vakuum

Das Furnieren war eine nervenaufreibende Angelegenheit. So schön das flammenartige Satin-Nussbaum-Furnier auch ist, so undankbar ist die Verarbeitung. Es neigt leider dazu entlang der Maserung zu reißen und ist in den lebendigen Bereichen teilweise auch etwas wellig. Letztendlich hat es aber doch noch einigermaßen funktioniert, nur auf der Oberseite ist hat sich das Furnier beim Einpacken in den Vakuumsack leider etwas verschoben, so dass es an Nose nicht mehr exakt mittig sitzt. Aber das ist nur ein  kleiner Schönheitsfehler. Ansonsten ist das Board ein Traum. Ich bin sehr gespannt, wie das Furnier wirkt, wenn es durch die Versiegelung noch „angefeuert“ wird.

Ansonsten sind die Details sehr reduziert ausgeführt. Fußschlaufen-Plugs und FSC2-Finnenkästen sind überfurniert. Der Leash-Plug aus Holz wird ganz am Schluß eingebaut, damit nicht zuviel Lack rein läuft.

Und dann gibt es ja noch den Zwillingsbruder aus Paulownia. Es ist erstaunlich, wie andersartig die beiden Surfboards wirken. Ich bin gespannt, wie sich die Materialvarianten beim Deckaufbau bei Flex und Dämpfung unterschiedlich auswirken.

 

11 Gedanken zu „Optimiertes 5,8er Surfboard mit Satin-Nussbaum-Furnier“

  1. Ich sehe gerade, dass hier danach erst die Solid Rails hinzugefügt werden, wodurch das Problem nicht entsteht. Ich würde aber gerne Bead and Cove Rails verwenden. Ich glaube bei einem deiner Builds war das ähnlich.

    1. Ja, das hast du richtig beobachtet. Ich furniere meine Boards immer, bevor ich die Solid Rails anleime. Man muss beim Shapen der Rails hinterher zwar sehr sorgfältig arbeiten, um die dünne Furnierschicht nicht zu beschädigen, aber die Ergebnisse sind top.

      Ich habe einmal ein Oberdeck durchgesprungen beim Kitesurfen. Nach der Reparatur habe ich noch einmal überfurniert. Den „Übergang“ an den Rails vom dünnen Furnier zum Rail habe ich dann gaaanz vorsichtig hingeschliffen. Bei Solid-Rails sieht man wegen der Rail-Streifen jeden Versatz sofort. Bei Bead&Cove finde ich es nicht ganz so kritisch, solange das Furnier symmetrisch ist und man eine gerade Kante anschleift. Leg los! :-)

      1. Danke für die schnelle Antwort! Dann probiere ich es einfach. Falls ich den Übergang versaue, kann ich das immernoch mit einem Konturstreifen kaschieren. :)

  2. Hallo Tobias,

    ich finde deine furnierten Bretter wunderschön. Bei meinem nächsten Build möchte ich aus Gewichtsgründen die Unterseite aus Balsasperrholz fertigen. Anschließend würde ich dann am fertigen Board drüber furnieren, so wie bei diesem Brett wohl auch. Ich mache mir allerdings Sorgen, dass am Übergang zum unfurnierten Rand dann ein hässlicher Grad entsteht. Anschleifen ist bei z.B. 0.6mm Furnierstärke wohl auch ziemlich heikel. Kannst du mir bitte sagen, wie du damit umgegangen bist? Vielen Dank schonmal, auch für deinen genialen Blog!

    1. Die gleiche Frage hatte heute auch schon Andreas bei seinem Touring-SUP. :-) Ich verwende bei normalem Furnier (0,5mm) normalen D3- oder D4-Holzleim. Was ich gerade zur Verfügung habe. Bei Starkfurnier (0,8-1,5mm) bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe PU-Leim verwendet, damit potentielle Lufteinschlüsse ausgefüllt werden. Kommt immer stark auf die Qualität und Struktur des Furniers an (wellig, Neigung zu Längsrissen, Beulen?).

    2. Sorry, die zweite Frage habe ich glatt übersehen. Im Vakkum trocknet der Leim schneller. Ich vermute, weil das Wasser raus gezogen wird. Ich halte mich da sicherheitshalber an die normalen Trockenzeiten (PU-Leim 2 Stunden, D3-/D4-Leim ca. 4-5 Stunden). Darf natürlich auch nicht zu kalt sein.

      1. Da Holzleim eine Dispersion aus Wasser und Addetiven ist hatte ich Proble mit Wellen und Beulen im Furnier (Wallnuss) und das der Leim selbst nach 12 Stunden im Randbereich wo sich etwas mehr gesammelt hatte oder unter dem Tape zum sichern des Furniets nicht richtig trocken war. An der Temperatur wirds nicht gelegen haben aber irgendwie komm ich mit Holzleim und Vakuum auf keinen grünen Zweig.

        PU Leim ging da besser, zuverlässiger und vorallem schneller. So ne Vakuumpumpe läuft ja auch nicht von Luft und Liebe allein ;-)

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