Wooden Surfboards Glassing

Epoxy und Glasfaser – die ewige Gewissensfrage

Wer meine Artikel regelmäßig liest, kennt mein zwiespältiges Verhältnis zu Epoxy und Glasfaser.

Mit einem Glasfaserlaminat bekommt man alles problemlos dicht, es ist relativ druckfest und man ist bei der Materialauswahl nicht eingeschränkt. Und das Finish eines Glasfaserlaminats ist nach dem Polieren auch eine Augenweide. Viele gute Gründe sprechen für das Laminieren und deswegen verwenden auch gefühlt 99,9% aller Selbstbauer Glasfaser beim Bau ihrer Holzsurfbretter. Und auch ich lasse mich manchmal verführen und nehme den sicheren, bequemen Weg.

Aber seien wir ehrlich, Glasfaser und Epoxidharz sind echter Schweinekram. Das Zeug ist gesundheitsschädlich, allergieauslösend und letztendlich Sondermüll. Eigentlich spricht alles gegen die Verwendung. Speziell bei einer naturverbundenen Leidenschaft wie dem Surfen.

Bio-Epoxy – nur der halbe Weg

Beim Laminieren des neuen Mini Malibus, kamen mir wieder Zweifel, was ich da eigentlich mache. Komplett eingepackt mit Maleranzug, Nitril-Handschuhen und dicker Atemschutzmaske stand ich in der Werkstatt und wurde mir der Absurdität der Situation bewusst, als ich mein „Bio-Epoxy“ auf der Holzoberfläche verteilte. „Bio“ bedeutet in diesem Fall leider nur, dass 50% der Bestandteile aus nachwachsen Rohstoffen sind, der Rest ist weiterhin Petrochemie und die Anwendung ist fast  genauso heikel wie beim üblichen Epoxidharz. Spätestens beim Verbund mit Glasfaser ist man dann wieder beim Thema Sondermüll.

Ich verwende bisher trotzdem Bio-Epoxy, weil ich die Hersteller damit unterstützen möchte und hoffe, dass sie ihre Produkte weiter entwickeln und irgendwann ein Harz anbieten können, welches komplett aus nachwachsen Rohstoffen gewonnen wird und abbaubar ist. Seit drei Jahren tut sich diesbezüglich leider nichts.

Im Augenblick stapeln sich bei mir leider Projekte, die ein Laminat benötigen. Es hat sich irgendwie so entwickelt und ich muss zugeben, dass meine Motivation darunter etwas leidet. Wahrscheinlich wären die neuen Boards schon längst fertig, aber ich schiebe es vor mir her und die Trocknungszeiten tragen auch natürlich auch noch ihren Teil dazu bei.

Den Mini Malibu und den Modern Fish, die ich mit Bead&Cove-Rails gebaut habe, werde ich gezwungenermaßen mit Laminat  fertigstellen. Auch beim Allround-SUP und meinem Langzeitprojekt, dem Touring-SUP, werde ich noch Epoxy verwenden. Aber danach werde ich wieder mit alternativen Materialien experimentieren.

Bei meinen Shortboards hat sich die Versiegelung mit Yachtlack als ausreichend bewährt. Man muss generell etwas vorsichtiger mit den Oberflächen umgehen, aber die Wasserdichtigkeit und auch die Strapazierfähigkeit durch regelmäßiges Wachsen waren durchweg gegeben.

Die Herausforderung besteht bei größeren Surfbrettern und SUPs, bei denen das Eigengewicht eine gewisse Grenze übersteigt. Hier ist die Druckfestigkeit von Yachtlack leider nicht ausreichend. Jede Muschel am Strand hinterlässt bleibenden Eindrücke und ein Transport ohne Boardbag ist nahezu ausgeschlossen.

Was tun?

  1. Eine Maßnahme ist konstruktiver Holzschutz. Dies bedeutet beispielsweise an den kritischen Stellen (Nose, Tail, Rails) gezielt härtere Hölzer zu verwenden.
    Konstruktiver Holzschutz: Rail aus Kork und Mahagoni
    Konstruktiver Holzschutz: Rail aus Kork und Mahagoni

    Und den Standbereich könnte man standardmäßig mit einem schönen Kork-Deckpad belegen.

  2. Ein anderer Ansatzpunkt sind die Yachtlacke. Ich habe viel im Internet recherchiert und mittlerweile weitere Anbieter von – mehr oder weniger – umweltfreundlichen Produkten gefunden. Hier werde ich demnächst einmal kleine Mengen bestellen und an Probestücken testen.
  3. Letztendlich kann man natürlich auch noch mit den Materialien der Grundkonstruktion experimentieren. Kork hat definitiv viel Potential. Flachsfaser hat sich zur Verstärkung der Decks schon bewährt.
  4. Das Holz ist eine echte Herausforderung. Paulownia ist schon ziemlich perfekt. Es ist leicht, wasserfest und nimmt auch kaum Wasser auf. Allerdings ist es sehr druckempfindlich und – das ist wohl der größte Nachteil – sehr schwer zu beschaffen. Die Paulownia-Platten aus dem Baumarkt stammen von chinesischen Plantagen und ihr Qualität ist leider häufig bescheiden (Spachtel, geflickte Stellen, Pilzflecken). Heimische Hölzer wie Birke, Esche und Pappel sind schwerer aber auch stabiler. Vielleicht kann man das Mehrgewicht konstruktiv ausgleichen?

Ich bin überzeugt, dass der Surfbrettbau auch ohne Epoxy und Glasfaser möglich ist. Die klassischen Verbundstoffe sind entwicklungsmäßig eine Sackgasse. Innovation sieht anders aus.

In diesem Sinne habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr ein paar neue Dinge auszuprobieren. Zwei neue, völlig unterschiedliche Bauansätze habe ich schon konkret geplant. Ob sie funktionieren werden, ist nicht sicher. In einem Fall ist es tatsächlich sogar extrem unwahrscheinlich. Aber sicher ist, dass ich dabei wertvolle Erkenntnisse gewinnen werde. Manchmal muss man das Scheitern einfach fest einkalkulieren. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Das war nun ziemlich viel Epoxy-Bashing. Was sind eure Gedanken zu diesem Thema?

 

38 Gedanken zu „Epoxy und Glasfaser – die ewige Gewissensfrage“

  1. Hi Leute,

    Zu Kaseinleim, Kasein-Leinengewebe Verbund und Lein-Tungöl-Leinengewebe habe ich ausführliche Tests gemacht. Ich hatte den Traum, eine Kaseinversiegelung zu schaffen. Fazit: Kasein quellt immer auf. Alle Versuche das Kasein ohne Formaldehyd zu vernetzen haben nicht geklappt. Womit ich weiter baue ist die Kombination Le Tonkinoise mit Leinengewebe anstelle von Fiberglas und Epoxy. Das versiegelt gut auf Paulownia während die Außenhülle gestärkt wird.

    Gruß

    Alexis

    1. Hallo Alexis,

      Le Tonkinoise (bzw. ein Bootslack) mit Leinengewebe – das muss ich auch mal ausprobieren. Als umweltfreundliche Verstärkungsvariante habe ich bisher nur mit D3/D4-Leim und Leinengewebe auf der Deckunterseite gearbeitet. Aber Leim ist dickflüssig, und obwohl ich ihn mit Wasser gestreckt habe, treibt es das Gesamtgewicht nach oben.

      Danke für den Gedankenanstoß!
      Tobias

  2. Bravo, bloß weg vom Epoxy!
    Das ihr dabei ein schlechtes Gewissen habt finde ich sehr sympathisch.
    Kaseinleim, essbar und kompostierbar, mit Leimfugen fester als das Holz selbst ist das Mittel der Wahl. Man lernt schnell es anzurühren und damit umzugehen. Sehr Preiswert in Form von Magerquark (Achtung, Milchsäure gefälltem!) noch dazu.
    Nur Mut, es gab gewagtere Anwendungen. Zum Beispiel hat De Havilland es bei dem „Wooden Wonder“, den Mosquito Flugzeugen, anfangs noch verwendet.
    Kasein Verleimungen waren Flugtauglich und werden in manchen Ländern immer noch als solches anerkannt.
    Es gibt Rezepturen um die Wasserfestigkeit (dann aber nicht mehr kompostierbar oder gar essbar, aber immer noch fern ab von dem Epoxy-Sondermüll) zu erhöhen wenn überhaupt noch nötig nach einer Lanolinbehandlung der Aussenfläche.
    Hat jemand von euch mal Tungöl, (ergibt eine härtere Oberfläche als Lanolin) alternativ probiert? Soll allerdings anfangs nach Schweinefett stinken (allenfalls besser als das Epoxy-Schweinszeug um in eurem Bild zu bleiben).

    Viel Erfolg mit der Bitte um Feedback!

    1. Hi Anton,

      danke für deinen inspirierenden Kommentar! Ich habe Kassein-Leim schon lange auf der Liste der Dinge, die ich noch ausprobieren will. Ich habe mich bisher aus Bequemlichkeit davor gedrückt. Holzsurfbretter sind schon Arbeit genug…und dann auch noch den Leim selbst anmischen… Aber jetzt werde ich es mal probieren!

      Tungöl habe ich schon öfters verwendet. Bei Möbeln für den Außenbereich und bei Handplanes. Es müffelt schon etwas, und der Duft hält sich auch relativ lang. Ich mische deswegen immer Orangenöl oder etwas Balsamterpentin unter, dann zieht es besser ein und riecht akzeptabel. Die Oberflächen sind bei mir jedoch nicht spürbar ausgehärtet. Ich habe das auch mal gehört, kann es aber nicht bestätigen. Ich habe sogar zwei verschiedene Sorten Tungöl ausprobiert.

    2. Hallo zusammen!
      Ich will mich gleich „outen“:
      ich bin einer von denen, die das „Schweinezeugs“ verkaufen und auch darauf hin beraten….
      Es gibt aktuell keine 100% auf Natur basierenden Produkte, die den Anforderungen der heutigen „modernen Welt“ in Hinsicht auf Temperatur-, UV- und Wasser- Dauerbelastbarkeit so weit genügen wie Epoxidharze – leider. Wir würden sie ansonsten gerne in den Markt bringen.
      Wer es einmal ausprobieren möchte: die Harze werden einem „Kochtest“ bei 76°C heißem Wasser über 48 Stunden unterzogen. Danach hat man eine Aussage dazu, ob und wie die Harze halten, was sie versprechen.
      Und, auch so manche biobasierten Produkte warten selbst mit heftiger Giftigkeit oder Bedarf an extrem hoher Härtungstemperatur auf – siehe Leinen-Öl.

      Die Entwicklung aber geht weiter* – wenn auch nicht so schnell wie wir es selbst gerne erhoffen… und, man muss zwischendurch auch Geld verdienen, um sich Forschung und Entwicklung auch leisten zu können.
      Sicomin als kleiner Hersteller mit nur ~50 Mitarbeitern kostet die Herstellung eines Harzsystems zwischen 50 bis 100.000€ bis zur Marktplatzierung!
      Als Hersteller der „Greenpoxy“-Range hat Sicomin neben dem Greenpoxy56 (mit 56% Bioanteil in der Mischung) speziell für den Boardbau-Bereich erst vor kurzem das klare und UV-stabilisierte(!) „Surf Clear EVO“ entwickelt, welches immerhin noch 40% an Bioanteil enthält.
      Inzwischen steht mit dem INFUGREEN810 ein DNV/GL-zertifiziertes Infusionsharzsystem für die Herstellung größerer Produkte (u.a. für „Seabbubble“, ein Wassertaxi mit E-Antrieb) im Marinebereich oder zur industriellen Fertigung zur Verfügung.
      Namhafte Ski- und Snowboardhersteller greifen mittlerweile zum Greenpoxy mit einer heisshärtenden Härtertype…
      Diejenigen, die bisher nicht auf Hartschäume verzichten und PVC o.ä. einsetzen, bieten wir aus 100% recyceltem PET bestehende Hartschaumplatten an.

      Wir selbst liefern inzwischen auf europäischen Flachsfasern basierende LEINEN-Gewebe und -Gelege. Diese bräunlichen Fasern wurden von uns auch bereits in die Bio- oder „Grüne Bente24“ geliefert, wo diese, mit grünem Infusionsharz und Kork kombiniert, zu einem immerhin +8 Meter langem Segelboot verbaut wurden!
      So bliebe, wenn man ein solches Teil „thermisch verwertet“ (also im Ofen verbrennt), immerhin nur etwas Asche übrig, kein zusätzlicher Glasklumpen…

      Gebt uns also bitte weiterhin noch die Chance gleichzeitig geldverdienend „die Sache in 100% natürlich“ weiter zu betreiben, ohne die nötigen Zwischenschritte zu verdammen!

      Gruß
      Michael
      – Geschäftsführer der Time Out Composite oHG

      1. Hallo Michael,

        vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung!

        Auch wenn ich regelmäßig alles in Frage stelle und neu bewerte, teile ich grundsätzlich deine Meinung. Man muss die wenigen Hersteller unterstützen, die die Entwicklung von umweltfreundlicheren Harzen voran treiben. Es wird noch dauern, aber irgendwann ist es sicher soweit.

        Bei größeren bzw. schwereren Projekten (Bsp.: SUPs) geht es nicht ohne Epoxy, da ansonsten schnell Druckstellen drohen. Uns bei furnierten Boards besteht schon bei minimaler Feuchtigkeit die Gefahr von „Kirschnern“ (Beulen durch abgelöste Furnierstellen). In beiden Fällen setze ich dann sicherheitshalber Epoxy ein. Ist auch Form von Nachhaltigkeit, wenn die gebauten Boards dadurch länger halten.

        Greenpoxy56 von Sicomin ist bei Epoxy auch meine erste Wahl. Wenn ich einen Wunsch äußern darf – es wäre super, wenn der Härter nicht so orange wäre. Es verfälscht die Holzfarben immer etwas. Aber das ist eher ein Luxusproblem. Ich sehe gerade, dass „Surf Clear EVO“ ist wohl klar…muss ich mal ausprobieren.

        Vielen Dank noch einmal für dein Statement!
        Tobias

  3. Hallo liebe Holzschnitzer,

    welches Harz nehmt ihr als Topcoating?
    Ich musste mein Erstlings SUP (6’8“ x 28,5) wegen Undichtigkeiten laminieren. Bisher bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich weiß jedoch nicht, was ich als Deckharz verwenden sollte und womit ich am besten das Kork-Footpad mit der Deck verklebe.
    Gruß
    d!rk

    1. Welches Harz hast Du denn bisher verwendet, bzw. mir ist nicht ganz klar ob schon eine Schicht LamCoat samt Glasfaser oder nur Harz verwendet wurde?
      Meine Harze sind alle von Bootsservice Behnke (http://www.bootsservice-behnke.de/contents/de/d1.html), ich verwende dass 300 und 601er. Samt Härter LS. Bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden, die Harze unterscheiden sich letztlich nur in der Viskosität, 601er ist deutlich zäher, ich verwende es fast immer als Deckharz, zumal es auch noch (heiß-)wasserbeständiger sein soll. Am wichtigsten ist beim Deckharz eigentlich nur, dass es komplett ausgehärtet sein muss, bevor der letzte Schliff, bzw. die Politur gemacht wird.
      Ein Korkpad würde ich auch gleich mit Epoxy ankleben, vielleicht ist hier aber ein anderer Kleber vorteilhaft, wenn Du damit rechnest, dass es irgendwann einmal wegen Abnutzung ersetzt werden muss; dann müsstest Du das Epoxy mühsam abschleifen. Aber eine Empfehlung kann ich Dir da leider nicht geben.

    2. Moin, ich nehme immer denselben Harz, mit dem ich auch laminiert habe und komme damit gut zurecht. Anschließend wird so hoch geschliffen, wie für die Optik gewünscht wird. Für das Aufkleben der Footpads würde ich Pattex nehmen.
      LG aus Würzburg Andreas

    3. Wenn ich laminiere dann verwende ich als Harz Greenpoxy 56, das gibt es bei Timeout.de. Die Oberflächen sind meist ok. Als Topcoat verwende ich dann einen 1K-Bootslack von International.

      Die Verklebung der Footpads ist tatsächlich ein Problem. Pattex hatte ich bei meinem allerersten Kite-Directional verwendet. Mittlerweile nehme auch hier Greenpoxy – das stinkt nicht so penetrant wie Pattex.

      1. Hallo
        vielen Dank für die vielen Antworten!
        Ich habe eine Lage 160er Gewebe mit laminiert, da ich das Board nicht ganz dicht bekommen habe und auch noch etwas Festigkeitszuwachs der Oberfläche erzielen wollte.

        Sollte ich das Korkpad direkt Nass in Nass mit dem TopCoat laminieren oder nacheinander???
        Ersteres würde etwas Gewicht sparen!

        Gruß
        d!rk

        1. Das wird nicht klappen. Du musst das Korkpad ja auch irgendwie flächig sauber fixieren und andrücken. Das klappt nicht, wenn drumherum der Topcoat „schwimmt“.

  4. Moin,
    ich beschäftige mich beruflich mit Epoxys und bin aktuell an einer Recherche über Bio-Epoxys.
    So bin ich auf diesen Blog gestoßen und gebe gerne mal das was ich zuvor für ungewerbliche Nutzer gefunden habe weiter.

    http://www.grizzlyleim.de/-c-25.html
    Ist ein Epoxy auf Basis nachwachsender Rohstoffe und soll in der Verarbeitung komplett ungiftig sein. Viele Longboardbauer nutzen wohl immer häufiger dieses Harz wenn sie versuchen nachhaltige Rohstoffe zu nutzen.

    Um den genauen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen zu erhalten müsste man sich mit der Firma in Kontakt setzen.
    Ich hoffe der Tipp war hilfreich. (:
    Viel Erfolg und mach weiter auf dem nachhaltigen Weg.

    Grüße,
    Paddy

    1. Hallo Paddy,

      erst einmal vielen Dank für den Tipp! Ich bin in dieser Hinsicht sehr dankbar, wenn es irgendwann mal eine nicht allergieauslösende und einigermaßen ökologische Alternative zu Epoxy geben sollt.

      Mit Grizzly-Leim habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Mit dem 1K-Epoxy habe ich mein erstes SUP laminiert. Es härtete nicht richtig aus und beim ersten Einsatz ist leider vollgelaufen, weil sich die Beschichtung an den Rails an einigen Stellen abgerubbelt hat. Hier der Link zum GAU. Wegen dem 2K-Epoxy habe ich in den vergangenen Jahren mehrfach nachgefragt und immer hieß es, in zwei Monaten ist es wieder lieferbar. Daran hat sich leider nicht geändert, wie ich gerade gesehen habe.

      Man kann nur hoffen, dass SuperSap & Co. es irgendwann schaffen, ein Harz herzustellen, welches 100% aus nachwachsenden Rohstoffen ist.

      1. Servus zusammen,

        Baue Bioboards für den Eisbach in München, aus Flachsfasergewebe und Bio Harz von Grizzlyleim (1k bzw UV Härtend) und bin mit dem Harz eigentlich recht zufrieden!
        Das 2k Harz hat leider eine Topfzeit von 48Std und neigt leicht zum „Aussalzen“ aber ansonsten ist das zeug wirklich ok.
        Viel schwerer finde ich es ökologisch korrektes Kern/Blank Material zu finden!
        Sind gerade dabei mit Ecovative Mushroom Foam zu experimentieren, funktioniert auch aber die Herstellung eines Blanks aus dem Zeug ist mega mega aufwendig!

        Beste Grüße

        Alex
        WAU-SURFBOARDS

        1. Ach, noch was
          Sicomin Greenpoxy 56 ist zumindest mit 56% Bioanteil.
          Werde das für unsere Meer Boards jezt mal antesten.
          Sicomin ist da auch Fleissig am entwickeln, es wird bald auch ein „grünes“ Infusionsharz geben.

          Beste Grüße

          Alex
          WAU-SURFBOARDS

          1. Mit Sicomin Greenpoxy 56 arbeite ich generell, wenn ich mal Epoxy verwende. 56% ist leider nicht 100%…und das Ergebnis ist Sondermüll, aber man sollte solche Firmen unterstützen, die an Alternativen arbeiten.

            Ich bin mit dem Harz ganz zufrieden. Es benötigt etwas länger, bis es vollständig ausgehärtet ist. Ein verschmerzbarer Makel ist die leicht orangene Einfärbung durch den Härter. Das verfälscht die natürlichen Holz- und Lasurfarben etwas.

            Leiden auf hohem Niveau… :-)

        2. Das ist echt interessant. Ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit dem 1K-UV-Harz von Grizzlyleim gemacht. Es hat zu einem GAU bei meinem ersten SUP geführt. Das Harz ist damals trotz mehrtägiger Trocknung in der prallen Sonne nicht vollständig durchgehärtet und hat sich an den Rails abgerubbelt. Auch bei späteren Tests, konnte ich die Glasfaser hinterher einfach vom Holz abziehen. Und das Harz war teilweise noch klebrig.

          Ich vermute, dass die Glasfaser das UV-Licht nicht vollständig durchlässt bzw. filtert. Bei Flachs müsste der Effekt ja eigentlich noch stärker sein.

          Eine Probe mit dem neuen 2K-Harz habe ich hier schon herum stehen…aber mich nicht getraut, sie einzusetzen. Das werde ich jetzt mal nachholen.

          Danke für den Anstoß! :-)

          1. Hi Tobias,

            Das 1k Grizzlyleim UV Harz wird bei uns trotz Flachsfaser und Vakuumsack sehr schön fest. Drehen und wenden, dass wirklich jede kleine Fläche min. 20min in der Sonne war hat bei uns immer super funktioniert. Vielleicht liegt es ja bei dir am Holz? Vielleicht ist dieses nicht richtig abgelüftet und ist deswegen noch etwas ausgegast.
            ¯\_(ツ)_/¯

            Das 2k Harz wirklich lange lange lange umrühren und vielleicht noch zusätzlich etwas warm machen.

            Generell funktionieren diese zwei Harze am besten wenn man das Laminat Vakuum zieht.

            Hoffe ich konnte dir vielleicht wenigstens etwas helfen.

            Beste Grüße

            Alex
            WAU-SURFBOARDS

  5. Hi, seit langem denke ich schon darüber nach mir ein Board zu bauen und das Epoxy ist eigentlich der Hauptgrund der mich davon abhält. Irgendwie habe ich keine Lust meine Freizeit mit so giftigen Sachen zu verbringen.
    Mit Lanolin und Yachtlack scheint es ja Alternativen zur Versiegelung zu geben, aber wie schauts denn beim Leim aus? Welchen verwendet ihr da? Bisher kenne ich nur PU-Leim der die Anforderungen erfüllt, aber der ist ja jetzt auch nicht wirklich viel besser als Epoxy, oder?
    Könnt ihr mir da einen Tipp geben?

    1. Hi Ferdl, ich verwende PU-Leim nur noch selten. Er ist zwar wasserfest und füllt auch Lücken aus, aber er hat auch den Nachteil, dass er porös ist. Ich habe auch manchmal Sorge, dass er die dauerhaften Schläge durch Fahren im Kabbelwasser und durch Sprünge nicht aushält und langsam wegbröselt. Das ist aber nur eine Vermutung.

      Ich versuche möglichst viel mit normalem D4-Holzleim zu arbeiten. Normalerweise reicht sogar D3. Aber man sagt, dass dieser unter Hitzeeinwirkung wieder flüssig wird. Das könnte im Sommer passieren, wenn ein Board im Auto oder am Strand liegt.

      „Nachteil“ von normalem Holzleim – man muss sehr genau arbeiten. Aber das sehe ich sportlich. :-)

      1. welchen D4nimmst du denn da? der von leimwerk ist beispielsweise aus polyvinylacethat , wohl ebenso bedenklich, dito der D4 von Ponal. Gibts überhaupt einen der nicht bedenklich ist, oder ist es nur eine Frage von wie bedenklich?

        1. Ich habe zuerst Leimwerk verwendet und bin jetzt auf die 5-kg Säcke von Ponal umgestiegen. Umweltmäßig sind die natürlich auch nicht astrein, aber im Vergleich zu PU-Leim schon etwas angenehmer in Bearbeitung. Ich glaube, die einzige unproblematische Alternative wäre Kaseinleim. Aber den muss man immer frisch anrühren und er ist wohl nicht 100% wasserfest bzw. kann sich verfärben, wenn er später feucht wird.

  6. Die wohl sinnvollste Alternative ist Lanolin, dazu muss dass Brett aber in sich schon dicht sein. Es sollte also bei chambered boards gut funktionieren. Ich hatte versucht mein Balsabrett mit Lanolin zu versiegeln, bei allen Versiegelungstests funktionierte es hervorragend. Meine Eigenbau Finnen aus Buche und Eiche sind mit Lanolin imprägniert, was übrigens hervorragend funktioniert ist das einreiben mit Lanolin und dann ab in die Mikrowelle, am besten mehrfach. Geht mit einem Brett aber nicht, hier brauch es dann einen schönen Sommertag, oder einen Brotbackofen… um bei 50-70° Oberflächentemperatur die Holzporen zu öffnen und das Lanolin gut eindringen zu lassen.
    Weshalb ich mein Balsabrett dennoch mit Glasfaser und Epoxy versiegelt habe? Gegenüber Flächendruck, sei es mit der bloßen Hand- oder Fußfläche ist Balsa relatriv unempfindlich, aber jede punktuelle Last hinterlässt sofort Dellen. Während der Bauphase bin ich mehrfach leicht an Tisch- und ähnliche Kanten gestoßen, sofort war ein eindruck im Holz. Dann habe ich schweren Herzens doch laminiert.
    Mit Paulownia soll es aber gut funktionieren…
    Ein weiterer Vorteil, man braucht kein Wachs mehr, da das Lanolin an der Brettoberfläche etwas Wasser aufnimmt und dabei ziemlich „sticky“ wird. Habe ich an meinen Finnen getestet, funktioniert wirklich, nach 2-3 Stunden Wasserbad und anschließender Trocknung war alles wieder bestens.

    1. Von Lanolin habe ich auch schon bei Grand Newby gelesen. Klingt wirklich vielversprechend. Darf ich fragen, welches Produkt du verwendest? Ich habe bisher nur im Segelbedarf einige Produkte von der Marke LanoProtect entdeckt. Aber ich habe nichts über die sonstigen Zusatzstoffe in Erfahrung bringen können.

      1. Ich habe pures Lanolin in Apothekerqualität bei Ebay testweise gekauft, nach dem ich einen Blog, ich glaube der hieß woodbox gelesen habe. Dort wird auch über Lanotec/Lanoprotect etc. geschreiben, aber er hat final dann auch das pure Lanolin gekauft. Das ist relativ weiches Wollwachs, bei Raumtemperatur eher fester. Im Wasserbad auf 50-60° erwärmt wird es schon flüssig und kann ganz einfach gepinselt werden. Wärme hilft aber immens beim Eindringen in die tieferen Poren, deshalb kam ich auf die Mikrowellenidee und bei den Finnen hat das ganz hervorragend funktioniert. Ein ganzes Brett würde ich in einen Backofen legen (habe zufällig eine Bäckerei) oder im Sommer in die Sonne stellen. Was bestimmt auch gut gehen würde wäre Infraotkabine. Hauptsache es wird warm und dringt dann gut ein. Bei den Fertigmittelchen sind letzlich auch nur lösungsmittel drinn, die dann verdunsten; eventuell sollte ich es auch mal Alkohol oder ähnlichem probieren. 500gr kosten um die 10€ und reichen dicke für ein Brett…
        Der Seewassertest steht allerdings noch aus, erwarte nach meinen Süßwassertest im Waschbecken aber keine Überraschungen; es deckt sich alles mit den Erfahrungen von Newby, bzw. Tom Wegener…

        1. Die Welt ist klein. Hinter Woodbox steckt ein Bekannter von mir aus Berlin. :-) Er hat sich auch mit Newby ein bisschen ausgetauscht. Das mit dem Lanolin aus der Apotheke ist mir aber neu. Das werde ich mir mal besorgen und auch mal testen. Ich werde berichten wie es sich bei uns im Ostsee-Salzwasser geschlagen hat!

      2. Mit Grand Newby habe ich letztes Jahr auch mal gemailt und was er mir über Lanolin erzählt hat klang wirklich überzeugend. Also wenn ich mal ein Chambered Board bauen sollte, werde ich auf Lanolin zurückgreifen. Er meinte auch das die Oberfläche so griffig bleibt, dass man kein oder nur sehr wenig Wax braucht.

        1. Ja, man hört nur positives, aber leider nicht mit Balsaholz. Vielleicht sollte man doch mal einen Grosseinkauf mit vielen Interessierten machen und sich einen Container mit Paulowniabalken kommen lassen. Bei Alibaba kostet Paulownia (allerdings meist eher Platten) grob zwischen 400 und 800$\cbm, allerdings sind meist mindestens 5 cbm abzunehmen, bei 10-20 Interessenten wäre das wohl aber machbar…

          1. Ich habe mal wieder getestet, 5 Paulowniastückchen a 4-5gr, Rechtecke mit der grossen Fläche quer zur Faser.
            Alle 5 gewogen, dann 1Schicht. 1x nix, 2xLanolin, dann ein Lanolin/Carnaubamix mit 10% Carnauba und das letzte mit La/Ca, aber 25% Carnauba. Danach gewogen, danach 2 Schicht. Mit Ausnahme eines Lanolinstückes das Gleiche wie bei Schicht 1, die Ausnahme wurde mit La/Ca10% beschichtet. Nach 1 Stunde Wässern wurde gewogen und dann nochmal nach 2 Std. interessant war schonmal, dass nach 2 Std. wässern , das unbehandelte Stückchen nicht das Schwerste war, 2mal Lanolin war am schwersten. (Schwere relativ zum Ursprungsgewicht). Es scheint das die Carnauba25% Version die besten Ergebnisse liefert. Ich bin aber noch nicht fertig, morgen früh kommen dann die 12 Std. Trocknung Ergebnisse. Ich muss dann aber nochmal genau die Wasseraufnahme berechnen, die ersten Ergebnisse gingen nur auf Gewichtszunahme in % und die Schichten selber wiegen ja auch. Ich hatte die Holzstückchen übrigens mit jeweils Verflüssigtem eingeschmiert und danach nochmal in die Mikrowelle gelegt, bis leichte Blasen kamen. Ziel war ein maximales Eindringen, vielleicht hab ich es dabei aber auch teilweise wieder „herausgekocht“…
            Das erkaltete Lanolin/Carnauba 25% Gemisch ist erkaltet übrigens ziemlich hart, vielleicht sollte man es zur optimalen Eindringung hoch erhitzen, also >100Grad und dann auf angewärmtes Holz auftragen, vielleicht sogar direkt nach dem Flämmen, was ich sowieso tun will…

  7. Über ein Board ohne Glasgewebe und Epoxy habe ich auch nachgedacht und eigentlich würde ich meins lieber ohne bauen. Aber da ist die Druckempfindlichkeit meiner nur 5mm dicken Beplankung aus Lärchenholz und den Solid-Rails aus Paulownia. Außerdem ist eine Hülle aus Epoxy-Glasfaserlaminat auch ein sehr guter Schutz vor Feuchtigkeit und gewährleistet eine Langlebigkeit, welche ich mit Bootslack nur durch regelmäßiges Auffrischen hin bekommen würde. Letzteres ist auch nicht sehr umweltfreundlich. Letztendlich finde ich, dass es auch ein Unterschied ist, ob ich ein Board mit Schaumkern mit Epoxy glase welches vielleicht nur 10 Jahre hält oder eines das locker die 3-5-fache Lebensdauer hat.

    1. Ich bin auch immer hin und her gerissen. Epoxy ist von den Materialeigenschaften schon schwer zu toppen. Und bei SUPs geht es derzeit auch kaum ohne.

      Aber ich sehe es auch sportlich und versuche Epoxy auf konstruktivem Wege zu ersetzen. Druckempfindliche Stellen wie die Rails bekommen eine Abschlußschicht aus Hartholz-Furnier. Die Decks verstärke ich mit Flachsfaser, Furnierlagen oder Kork-Sandwich. Und mein Yachtlack ist auf Leinöl-Basis. Aber man muss natürlich vorsichtiger mit seinem Material umgehen.

      Ja, und du hast natürlich Recht. Ein Holz-Surfbrett hält länger als ein normales Board mit Schaumkern. Nachhaltig ist, was lange hält!

      1. Nachdem mein Zerlegbares wieder dicht war (die „Reparatur“ mit Silikon war erfolgreich) stellte sich beim übernächsten Test ein weiterer Wasserschaden hinzu. Das Bottomdeck zeigte eine bald 15cm langen Riß, vermutlich ein Spannungsriß im Massivholz; das Tailsegment lief quasi voll. Beim Trocknen konnte ich zusätzlich erkennen, dass aus den ursrpünglichen Leimfugen der Balsaplatten ebenfalls stellenweise Wasser nun austrat. Kurz gesagt, dass Brett ist relativ Schrott. Zumindest aus den Bauhausplatten würde ich kein Lanolinbrett mehr herstellen wolle. Der letzte Rettungsversuch liegt nun darin, dass gesamte Brett mit Epoxy zu versiegeln, so dass es zumindest als Brett noch nutzbar ist, das Faltfeature lässt sich aber nicht zufriedenstellen versiegeln, so dass es dann kein Faltbrett mehr wäre.
        Leider ist noch überall das Lanolin drauf. Abschmirgeln kann man vergessen, das Schleifpapier ist sofort zu… Heute probiere ich es mal mit brutalem Abhobeln. Danach dürfte es deutlich leichter werden, die Trennfugen werden ebenfalls um Material erleichtert und dann könnte alles mit Glasfaser versiegelt werden. Zumindest als Paddeltrainingsbrett auf dem nahegelegenen See dürfte es sich noch eignen, mit in Wellen werde ich es wohl keinesfalls mehr nehmen, da ich ja auch mein Balsabrett noch transportieren muss.
        Meine Gedanken sind aber bereits bei einem neuen Teilbaren, mit einer anderen Konstruktion. die Segmente sollten alle aber in sich dicht sein, was mir noch Kopfzerbrechen bereitet. Das wird aber tendenziell eher mein Herbst Projekt.
        Fazit: Kein Brett direkt aus Balsaleimholz bauen, wenn es nciht korrekt versiegelt wird;
        Ein Lanolinbrett muss penibel dicht konstruiert und vor allem verklebt werden, dann ist Lanolin eine gute Alternative, zumindest was Holzschutz angeht.
        Mit einer überall glibbrigen Oberfläche ist aber zu rechnen. je nach aufgetragener Menge.
        Meine Front und Mittelsegmente sind und waren aber dicht, das hat mir gut gefallen.

        1. Tut mir leid, schade um das schöne Board. Ich werde mein Lanolin dann auch erst einmal nur bei einem Alaia einsetzen und Erfahrungen sammeln.

          1. Ja, Alaia ist bestimmt super, da gibts keine abzudichtenden Hohlräume!
            Gestern habe ich es final geschrottet, da ja schmirgeln nicht ging, hab ich den Hobel angesetzt. LIef zunächst prima, bis ich komplett an einer Stelle durchhobelte. Wahrscheinlich wird es jetzt zur Energiegewinnung dienen, obwohl der Brennwert pro m³ relativ niedrig ist :) Aber wieder viel dabei gelernt, das nächste zerlegbare ist in Planung, allerdings mit Epoxy…

  8. Ich bin ganz ehrlich, da jedes nicht mehr genutzte Board von mir (Wellenreiter) immer eine weitere Verwendung gefunden hat, sei es als ‚Deko‘ oder auch als Second Hand Board für andere, habe ich mir nie so viel um Sondermüll Gedanken gemacht. Sollte man aber.

    Allerdings hat mich tatsächlich beim Bauen und selbst beim Reparieren immer schon der Schweinkram gestört. Viel Dreck und Geruch, Schleiffasern und die Pampe selbst.

    Daher finde ich deine Ansätze wirklich super und interessant. Bleib dran, genau das tun wir an deiner Seite auch!!!

  9. Ich kann deine Meinung voll nachvollziehen! Es geht nicht mit aber auch nicht ohne den Schweinekram. Hatte vor zwei Jahren einen üblen Ausschlag am Arm wegen Epoxy. Beim Laminieren ist mir der Ärmel hoch gerutscht und ich habe einen Spritzer Epoxy abbekommen. :-/

    Ich bin sehr gespannt auf deine Experimente!

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