Anriss Bizepsehne mit Gips

Blogpause bis Februar

Das Schicksal hat wieder zugeschlagen, die nächsten sechs Wochen bin ich leider zur handwerklichen Untätigkeit gezwungen. Alle Tätigkeiten, für die man zwei Arme benötigt, fallen flach.

Riss der unteren Bizepsehne

Und wie immer passiert es, wenn man nicht daran denkt. Am Freitagabend wollte ich in der Werkstatt nur eine Arbeitsplatte auf zwei Böcke legen. Den Handgriff hatte ich hunderte Male vorher gemacht, ich wollte nur vor dem Abendbrot noch zwei Logos in die neuen Kite-Directionals lasern.

Ein Rat: Macht Dinge immer bewusst!

Leider habe ich beim Hochheben der Platte den Arm lang gelassen, die Muskeln dabei nicht angespannt. Ein deutlich vernehmbares RAAATSCH war das Ergebnis. Ein stechender Schmerz  – und es war mir sofort klar, dass da etwas richtig kaputt gegangen war.

In der Notfallaufnahme der Lubinus-Klinik in Kiel war die Diagnose dann auch recht eindeutig. Ein Riss der unteren Bizepsehne.

Vielen Dank an dieser Stelle den beiden Ärzten, die sich dort um mich gekümmert haben! Ich finde es immer bemerkenswert, wenn Ärzte, die den ganzen Tag mit Verletzungen und Leidensschicksalen konfrontiert sind, am späten Abend noch soviel Anteilnahme und Empathie zeigen.

Wie geht es weiter?

Morgen steht ein MRT-Termin an und dann entscheidet es sich, ob operiert werden muss oder ob noch genug von der Sehne übrig geblieben ist, dass es wieder von selbst zusammen wachsen kann.

In jedem Fall werde ich nächsten sechs Wochen den rechten Arm vollständig im Gips haben. Kein Surfen, keine Werkstatt, Tippen am Computer ist schwer – ich werde viel Zeit haben, mir Gedanken über neue Projekte zu machen.

Das Blog werde ich bis Februar ruhen lassen. Ich wünsche euch deswegen an dieser Stelle schon einmal schöne Feiertage! Nutzt die Zeit in Werkstatt, baut etwas Schönes für die nächste Saison – und immer alles schön bewusst machen.

Wir sehen/lesen uns im Februar wieder!

 

20 Gedanken zu „Blogpause bis Februar“

  1. Hallo Tobias, ich hoffe es geht schon wieder aufwärts! Ich will mal deine Zwangspause nutzen, um folgende Thematik anzufragen:
    Ich möchte bei meinem nächsten Brett, anstatt mit Balsa, mit Lärche arbeiten, zumindest für Deck und Bottom. Wenn ich mir die technischen Eigenschaften von Hölzern so anschaue kommt eigentlich grob gesehen immer raus, dass das spezifische Gewicht in Relationen zu diesen stehen. so ist die Zug – und Biegefestigkeit von Lärche, bis zu 4mal höher als Balsa, dito das spezifische Gewicht.
    Damit müsste es möglich sein, die dicke bis zu 4mal dünner, als Balsa zu verwenden, womit ich auf Stärken von 2-4mm komme.
    Und jetzt kam mir Idee, Furniere auf die gewünschte Stärke zu laminieren, dazu die Wuchsrichtung immer um 90° versetzt.
    Hast Du schon mal etwas ähnliches probiert?
    Was ich noch gar nicht weiß, ist, ob es relativ einfach möglich sein wird, ein Starkfurnier mit ca. 1mm auf ein Holzgerippe zu kleben, und im zweiten Schritt weitere Furnierlagen im Zweifel mittels Vakkuum anzubringen.
    Was häst Du von der Idee und hast Du ein paar Tips? Ich habe noch nie mit Furnieren gearbeitet… :(

    1. Man benötigt etwas Übung, wenn man mit Furnier arbeitet, damit die Stöße sauber werden. Speziell Starkfurnier ist manchmal leicht wellig und deswegen etwas störisch bei der Bearbeitung. Starkfunier kann man meistens auch nicht mehr mit dem Cutter schneiden. Dafür gibt es spezielle Feinsägeblätter und Furniersägen.

      Ich habe schon ähnliche Aufbauten verwendet bei Kite-Directionals, um die Standbereiche zu verstärken – ein komplettes Deck aber noch nicht. Man sollte in der Gewichtsberechnung den Leim nicht vergessen. Leim treibt das Gesamtgewicht immer immens nach oben. Bei einem Shortboard sind das pro Deck sicher 200g Zusatzgewicht.

      Eine Hülle mit 1mm Stärke wird das Vakuum sicher nicht überstehen. Wenn man den Druck reduziert, hätte ich Bedenken, dass es nicht überall vollflächig anliegt. Mit einem Kreuzverbund aus zwei Schichten à 1mm Furnier könnte es klappen.

      Es gibt übrigens wasserfest verleimtes Birken-Sperrholz in 2mm Stärke. Birke dürfte ähnliche Werte wie Lärche haben. Ich habe ich mir gekauft, um im Frühjahr Foil-Flügel zu bauen. Vielleicht wäre das noch eine Alternative für dich?

      1. Super, danke für die Info!

        Bezüglich Vakuum und Furnier:
        Ich habe vor das Gerippe entweder mit gebrauchten Styroporblöcken, oder mit stark expansiven Bauschaum zu füllen. Entweder würde ich dann darauf eine Lage Furnier kleben, oder beim Bauschaum die eine Lage zuerst aufs Holz aufbringen und dann ausschäumen, quasi ein „reversed compsand“ :). In dem Stadium wäre es an den Seiten noch offen, da die Rails noch nicht angebracht wären, womit der eventuelle Schaumdruck nach außen ableiten könnte.
        Wenn ich dann einen furnierten Blank hätte, könnte die nächste Schicht im Vakuum wohl aufgebracht werden, ohne dass es zu Einbrüchen kommt. Aber auch Vakkuum ist neu für mich, ich habe vor mit geringem Druck max. -05bar zu arbeiten.
        Auf jeden Fall werde ich es einmal ausfüllen, da ich nach mehreren Zwischenfällen mit Ventilen keine Lust mehr auf Wasser in einem Holzbrett habe… :(

        1. Die Vorgehensweise, einen Hollow-Wood-Rahmen mit Styroporblöcken auszufüllen und dann das Furnier per Vakuum aufzubringen, ist völlig problemlos. Eine zweite Schicht Furnier benötigt man dann generell gar nicht mehr. Außer eventuell zur Verstärkung des Standbereiches. Beim Vakuum gilt dann, je mehr desto besser. Bei meiner Eigenbau-Vakuumpumpe arbeite ich mit einem Druck von 0,8-0,9 Bar. Dadurch kann man sicher sein, dass das Furnier überall vollständig anliegt und man hinterher keine sogenannten „Kirschner“ erhält (Luftblasen durch nicht verleimtes Furnier).

          1. Oh, das klingt ja super! Mit was wird dann das Furnier auf dem Styropor verklebt, Epoxy(?), oder geht auch Holzleim (D3)?
            Das wird ein spannendes Projekt für 2018…

            Wünsch Dir ein gutes neues Jahr, viel Wind, viel Bretter und vor allem eine rasche Genesung und keine weiteren „Unfälle“…

          2. Weder Epoxy noch D3-Leim. Da musst du PU-Leim einsetzen. So machen es auch Grant Newby, Sergi von Flama und Tom Wegener.

            Rasche Genesung gibt es bei gerissenen Sehnen leider nicht. Bei mir geht es leider frühstens Anfang/Mitte März weiter. Dann sollte die Sehne wieder einigermaßen belastbar sein.

          3. Sch…, dass mit der raschen Genesung… hoffentlich wird alles wieder gut.

            Mein PU-Leim (Soudal Pro 40 und 45P) soll laut Datenblatt nicht bei Styropor verwendet werden können. Ich werd mal ein Probestück testen. Falls es sich auflöst, bräuchte ich ne Leimalternative. Welchen PU-Leim würdest Du mir empfehlen können?

            Gestern hab ich meinen Vakuumkompressor samt Zubehör gekriegt, ist ein extra kleiner von Thomas. Der saugt zwar nur 35l/min ist aber handlich und superleise und soll -0,8bar schaffen; hab ihn bei Ebay gefunden für 60€. Vakuummanometer und Einstellventil sind auch schon montiert, von daher bin ich einigermaßen startklar, warte aber noch auf mein Furnier (1,1mm Lärche und Astlärche. Die Boardpläne hab ich auch schon gedruckt… Über den genauen Bau bin ich mir noch nicht im klaren, erst will ich das Furnier in Händen haben, ich will es wieder zerlegbar bauen, wahrscheinlich 4-teilig… :)
            Was noch fehlt ist ein einfacher Rockertable, ein DIY Styroporschneider und die Zeit, die „Werkstatt“ vorher aufzuräumen…

          4. Habe meinen Leim getestet! Das Teststyropor wurde nicht angelöst, von daher wohl gut brauchbar. die Leimfuge habe ich anschließend auseinandergerissen.
            Es scheint, dass der PU-Leim seinen Halt aus dem Eindringen zwischen den einzelnen Styroporkugeln generiert, an der unversehrten Kugel haftet er eher schlechter, aber ich denke mit Anschleifen wird eine gute Haftung erreicht werden.
            Geschnitten habe ich übrigens mit einer H-Saite einer Westerngitarre und einem 12V 3A Laptopnetzteil, wobei die Hitze über die Drahtlänge mittels einer Krokodilklemme geregelt wird. Funzt astrein…

          5. Fein, dass es klappt! Mit normalem Styropor hatte ich bisher auch keine Probleme. Beim Schneiden nerven nur die Dämpfe. Schön Fenster aufmachen! ;-)

          6. Ja Danke!
            Eben ist mein Furnier angekommen, 16 Blatt Astlärche ca. 4m *15cm und 24 Blatt Lärche ca. 3m*16. Von ein paar Stellen am Rand abgesehen schaut es gut aus und ist schön glatt! Bin mal gespannt, wie ich damit zurechtkomme…. Allein auf passende Länge schneiden, dürfte schon eine Erfahrung werden.
            Mach gerade meinen ersten Vakuumtest in einer provisorischen Plastiktüte. 4 Stück Styropor, 2*mit Pu und 2* mit Holzleim veleimt, dabei von jeder Sorte ein Stück aufgerauht eines nicht. Bin mal gespannt ob und wie es zusammenhält. Beim PU mach ich mir gar keine Sorgen, interessant wird, wie es beim Holzleim ausschauen wird. Laut einigen Modellbauquellen ist Styropor mit Holzleim angeblich klebbar, manche sagen aber unter Vakuum geht es wegen fehlender Luft nicht. Versuch macht klug! Langsam aber sicher nimmt mein Projekt fahrt auf, es soll mein ultmatives 50+ Senioren-Travelboard werden. Shape am Malibu erinnernd, viel Volumen (60l) und 2,20m lang, also ein 7’2“, wahrscheinlich wirds ein Twingle oder Dual-Single Fin….. Nächster Step ist Rockertable und wenns dann richtig losgeht gibts einen neuen Thread auf woodboardforum.com…

  2. Hi,
    wünsche auch beste Genesungswünsche und trotz allem schöne Feiertage und nur das beste fürs neue Jahr! In Sachen Ecoboards würde ich mich gerne weiter aufs Feld wagen und wollte Fragen ob es im neuen Jahr möglich wäre mal einen Fachmann über die Schulter zu schauen?! Hab für nächstes Jahr einen Rockertable und meine ersten Schritte mit Eigenkonstruktionen geplant! :)

    Beste Grüße
    Gianni

  3. Gute Besserung Tobias! Wer weiß für was so eine kreative Schaffenspause so gut ist!
    Frohes Fest und guten Rutsch! Aber schön vorsichtig! ;)

    Gruß Carsten

    1. Danke Carsten! Ich teste gerade die Diktierfunktion am Laptop und habe eine Maus mit Trackball. Vielleicht kann die die Zeit auf diese Weise doch produktiv nutzen.

  4. Gute Besserung aus dem Süden (Naja Schweiz, aber immerhin).

    Ich hoffe für dich, dass es dich unter dem Gips nicht zu jucken beginnt. Sonst bin ich gespannt was du erfindest um dich ordentlich kratzen zu können.

    Spass beiseite, ich wünsche dir ebenfalls eine gute Zeit sowie eine optimale Genesung (und Drücke dir beide Daumen dass die Sehne nicht ganz ab ist).

    Liebe Grüsse
    Alex

    1. Vielen Dank Alex! Die Bizepsehne ist leider ab. Am Montag ist die OP, dann wird sie mit einem schönen Titan-Dübel am Knochen befestigt. Wird besser als vorher! ;-)

  5. „Alle Tätigkeiten, für die man zwei Arme benötigt, fallen flach….“

    Einhandhobel, Zeichnen, Designen, Schleifen, Polieren…, geht doch alles, also Kopf hoch! :)

    Nee, ist schon Sch…., alles Gute und eine rasche Genesung und vor allem wenig Schmerzen bei der wohl nötigen Krankengymnastik, wenn der Gips abkommt…

    Nutz die Zeit für neue Ideen und vor allem Erholung, widme Dich Deiner Familie, sofern vorhanden.
    In diesem Sinne auch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    1. Unglücklicherweise ist es auch noch mein rechter Arm… Aber mir wurde gesagt, dass ich nun viel schlauer würde, wenn ich meine linke Seite trainiere. :-) Danke für die Genesungswünsche Surfdude!

  6. Lieber Tobias, alle besten Genesungswünsche aus Würzburg! Danke für eine facettenreiches Blog-Jahr mit vielen schönen Geschichten und Bildern.
    Zwangsweise geruhsame Weihnachtstage und gute Besserung.
    Andreas

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