R.I.P. Ende eines Hollow-Wood-Surfboards

Nachdem das kleinere SUP nach der Notreparatur deutlich an Gewicht zugenommen und die optische Qualität drastisch abgenommen hatte, wurde es Zeit sich zu trennen.

Außerdem ergab sich so die einmalige Möglichkeit die Auswirkungen eines Wassereinbruchs bei einem Hollow-Wood-Surfbrett (HWS) einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

Nach dem groben Zersägen des SUP fiel gleich auf, dass das Holz im Inneren erstaunlich trocken war. Das mehrtägige Lagern des Boards in der prallen Sonne bei geöffnetem Druckausgleichsventil schien erfolgreich gewesen zu sein. Ungeachtet dessen hatten sich dennoch bereits einige flauschige Pilzkulturen angesiedelt.

Abgesehen vom Mehrgewicht hätte man das SUP also generell noch problemlos weiter nutzen können.

(Material-)Trennungsschmerz

Von einer guten Ökobilanz oder nachhaltigem Materialeinsatz kann man bei einem Surfbrett, was nur sechsmal verwendet wurde, nicht wirklich sprechen. Vom Grundprizip ist der Ansatz bei Hollow-Wood-Surfboards jedoch deutlich nachhaltiger als bei marktüblichen Surfboards mit Schaumkern und Glasfaserlaminat.

Duroplastisch faserverstärkte Kunststoffe lassen sich leider nur begrenzt wiederverwerten. Das thermische Recycling, sprich die Entsorgung in der Müllverbrennungsanlage, ist deswegen die gängige Verwertungsmethode. Glas- und Kohlefasern lassen sich jedoch nicht verbrennen, und bleiben letztendlich als Schlacken übrig und müssen später aufwendig entsorgt werden.

Bei der Hollow-Wood-Konstruktion ließen sich die einzelnen Materialien gut wieder trennen. Teure Kunststoff-Inserts wie Finnenkästen und SUP-Tragegriff wurden einfach per Stichsäge ausgesägt, und können teilweise sogar nochmals verwendet werden. Die dünne Glasfaseraußenhaut konnte relativ einfach vom Holzkern abgezogen werden. Dadurch dass bei der HWS-Konstruktionen nur eine Glasfaserschicht notwendig ist, hält sich der anfallende Sondermüll in Grenzen. Bei dem SUP passte beispielsweise die kompletten Glasfaserreste in eine Standard-Einkaufstüte. Der Rest ist Holz und harmloser Holzleim.

Die SUP-Reste wurden später feierlich in einer Feuertonne verbrannt. Asche zu Asche. Staub zu Staub.

Eine Antwort zu „R.I.P. Ende eines Hollow-Wood-Surfboards“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.