Holzbrett eines Mammutbaums

Mammutbaum-Holz im Surfbrettbau

Von einem Freund bekam ich vor einiger Zeit einige Holzbohlen eines Mammutbaums geschenkt. Mir war vorher nicht bekannt, dass Mammutbäume auch in Deutschland wachsen. Sie wurden aber offensichtlich im 18. Jahrhundert eingeführt und sollten damals als Blickfänge in herrschaftlichen Gärten und Parks dienen.

Durch ihr rasantes Wachstum und die immense Größe werden die eingeführten Bäume jedoch leider ein Problem für die einheimische Vegetation. Aus diesem Grund werden die beeindruckenden Mammutbäume vermehrt gefällt.

 Was man den gigantischen Bäumen nicht ansieht, ihr Holz ist extrem leicht.

Aufgrund des geringen Gewichtes stellt das Holz des einheimischen Mammutbaums, wenn er aus landschaftspflegerischen Gründen gefällt wird, eine nachhaltige und interessante Alternative zu Balsa-Holz dar.

Mammutbaum speichert viel Wasser

Das Erste, was vor der Bearbeitung des Holzes auffällt, ist, dass es sehr viel Feuchtigkeit speichert. Das Holz des Mammutbaums ist wie ein Schwamm und muss deswegen vor der Bearbeitung gut abgelagert werden. Wenn man sich selbst ein Surfbrett bauen möchte, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass Mammutbaum keine Alternative für Paulownia-Holz darstellt ( dieses nimmt kein Wasser auf), sondern nur für Balsa-Holz. Eine gute Tiefenimprägnierung des Holzes mit Leinöl oder Tungöl ist also Pflicht.

Tolle Farbigkeit

Im Gegensatz zu der eher langweiligen Maserstruktur und Farbigkeit von Paulownia, Balsa und einheimischen Nadelhölzern  weist Mammutbaum eine extrem lebendige Struktur auf.

Das junge Splintholz ist variiert von Hellgelb bis Rosa, das ältere Kernholz ist kräftig rot geflammt. In dieser Hinsicht bietet sich Mammutbaum für kontruktive Details und die Gestaltung der von Surfboard-Deck und Bottom an.

Empfindliche Bearbeitung

Der Nachteil von leichten Hölzern ist immer die notwendige Sorgfalt, die man bei der Bearbeitung walten lassen muss. Wie auch bei Balsa muss man beim Mammutbaum extrem vorsichtig vorgehen.

Jeder Holzspan auf der Arbeitsfläche, jede Verunreinigung im Schleifpapier sorgt ansonsten sofort für Riefen und Abdrücke in der Holzoberfläche. Gut geschärftes Werkzeug und kein zu grobes Schmirgelpapier (maximal 120er Körnung) sind deswegen Voraussetzung beim Bearbeiten.

Aus diesem Grund ist eine einfache Oberflächenversiegelung mit Leinöl bei Mammutbaum-Holz leider auch nicht ausreichend. Bei Surfbretter ist eine Beschichtung mit Glasfaserlaminat oder aushärtendem Lack absolut notwendig, wenn man nicht ständig Kratzer und Dellen ausbessern möchte.

Fazit

Einheimisches Mammutbaumholz ist eine interessante Alternative  – oder Ergänzung – zu den Hölzern, die üblicherweise im Surfbrettbau verwendet werden.

Jedoch muss man bei der Bearbeitung sehr sorgfältig vorgehen und das Holz abschließend gut imprägnieren und abdichten.

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