Wing Foil Board (3. Holz-Rails & Inserts)

Wenn ich ein Wing Foil Board baue, dann bekommt es natürlich kein Glasfaser- oder Carbonlaminat sondern eine schöne Holzhülle. Der schwierigste Teil sind dabei immer die Rails. Bei klassischen Surfbretter baut man diese aus mehreren dünnen Schichten Holz auf und shapt anschließend die passenden Rundungen, bei Beveled Rails kommt zusätzlich noch der schräge Übergang ins Unterwasserschiff hinzu.

Beveled Rails am Wing Foil Board

Ich habe leider gerade erst gemerkt, dass ich von dem Vorgang überhaupt keine Fotos gemacht habe. Das liegt daran, dass das Prozedere immer zeitkritisch ist. Ich fixiere die dünnen Holzstreifen immer großzügig mit breitem Malerkrepp und arbeite dabei gegen die Zeit. Innerhalb von maximal 15 Minuten muss man pro Seite fertig sein, bevor der PU-Leim vollständig angezogen ist und anfängt aufzuquellen.

Inserts für Fußschlaufen, Tragegriff & Doppelfinnenkasten

Während der Leim an den Rails trocknete, nutzte ich die Zeit, die Inserts einzufräsen. Bei den Fußschlaufen kommen dabei einige zusammen, da ich sowohl für die einfache Variante mit zwei Fußschlaufen als auch die klassische Windsurf-Variante mit drei Fußschlaufen Plugs vorgesehen habe. Ich vermute jedoch, dass ich später wegen der Breite des Boards immer die Dreier-Option wählen werde, da man damit einen besseren Hebel hat.

Der Tragegriff auf der Unterseite ist ein Standard-Teil von FCS. Liegt gut in der Hand und hat optional sogar ein Gewinde für eine Entlüftungsschraube. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das an der Unterseite gut finde, aber generell würde es seinen Zweck – Entlüftung bei längerer Lagerung in der Sonne und beim Transport im Flugzeug – gut erfüllen.

Beim Doppelfinnenkasten habe ich es mir leicht gemacht und eine Surf Foil Track Box von Ride Engine besorgt. Die Finnenkästen werden in einem Hartschaumblock angeboten, wodurch gewährleistet ist, dass der Abstand exakt stimmt. Da es mein erstes Foilboard wird, wollte ich diesbezüglich kein Risiko eingehen.

 Surf Foil Track Box von Ride Engine
Surf Foil Track Box von Ride Engine

Der Block hat eine Höhe von acht Zentimetern. Um die enormen Hebelkräfte des Foils aufnehmen zu können, sollte die Box jedoch zwischen Ober- und Unterdeck eingespannt sein. Ich habe zu diessem Zweck den Hartschaumblock oben mit zwei Paulownia-Stringern und einem XPS-Reststück erhöht. In Kombination mit den Holzdecks sollte da nichts mehr passieren können, die Konstruktion wirkt statisch wie ein zweifacher Doppel-T-Träger.

In nächsten Arbeitsschritt folgen nun die Holzdecks, die ich zusätzlich mit Flachsfaser verstärken werde.

3 Gedanken zu „Wing Foil Board (3. Holz-Rails & Inserts)“

  1. Hallo Tobias!
    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und viel Spaß beim Wingfoiling lernen! Ich habe letztes Jahr im November angefangen und da ich am Anfang sehr viel mit Kraft statt Technik gearbeitet hatte, wurde mir auch selten kalt.
    Viele Grüße, Matthias

    Antworten
  2. Hallo Tobias!
    Schön dass wir wieder so ein tolles Projekt von dir mitverfolgen können. (noch dazu ein Wingfoiler, was aus meiner Sicht das Surfen auf der Ostsee erst wirklich möglich macht).
    Eine Frage zu der Beplankung der Bevels: Wie stark hast du die Beplankung gemacht? Und hast du Vakuum verwendet um das Holz in die Konkave zu ziehen?
    Noch eine generelle Frage: Ich winge ohne Fußschlaufen und springe nicht mit dem Board: würde da auch eine „Hollow Wood“-Konstruktion hinhauen oder siehst du da ein zu hohes Risiko durch Stürze und Co. nicht stabil genug zu sein?
    Viele Grüße aus Lübeck,
    Matthias

    Antworten
    • Hallo Matthias,
      die Beplankung ist rundherum 3mm stark. Ober- und Unterdeck habe ich mit Vakuum verleimt, die Rails habe ich unter großzügigem Einsatz von Malerkrepp-Klebeband fixiert.

      Wegen deiner generellen Frage, ob man ein Wing Foil Board auch in Hollow-Wood-Bauweisse realisieren könnte – ich stehe selbst noch am Anfang und habe keine Ahnung, wie heftig die Stürze sind. Das Thema reizt mich aber natürlich. Damit ein Wingfoiler eine starke punktuelle Belastung übersteht, beispielsweise bei einem Sturz mit Knie auf das Oberdeck – würde ich die Rippenabstände entweder sehr eng wählen (ca. 5cm) oder partiell Schaumblöcke zwischen den Rippen im Standbereich integrieren.

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