Diese Seite lief jahrelang auf WordPress. Jetzt ist sie ein Haufen statischer HTML-Dateien, gebaut mit Astro. Vorab, weil ich das oft gefragt bekomme: Ich bin weiterhin ein großer WordPress-Fan. Die Agentur baut jeden Tag WordPress-Seiten, und das aus gutem Grund. Für tobiasherold.de wollte ich trotzdem etwas anderes, und die Gründe waren nicht Performance.
Grund eins: Gutenberg stand mir im Weg
Ich schreibe Texte, und Gutenberg ist ein Block-Editor: Klicken, Dialoge, Zwischenüberschriften als Interaktion. Manche Leute lieben genau das, und es ist ein sauberes Werkzeug dafür. Für mich als Schreiberling ist es aber ein Umweg: Ich will eine Markdown-Datei aufmachen, schreiben, speichern, committen. Fertig.
Genau so entsteht dieser Artikel. Eine .mdx-Datei im Repo, Frontmatter oben drüber, Git kümmert sich um Versionierung und Veröffentlichung.
Grund zwei: die Seite ist jetzt selbst ein Arbeitsbeispiel
Ich berate Firmen, die KI als Werkzeug einsetzen wollen. Da wirkt es glaubwürdiger, wenn die eigene Seite genau dem Workflow folgt, den ich empfehle: Markdown als Quelle, KI-Werkzeuge direkt an den Inhalten, ein schlanker Build. Eine Seite, die aus meinem Second Brain heraus gepflegt wird, zeigt konkreter als jedes Referenzblatt, wie ich arbeite.
Dazu kommt die Neugier: Ich wollte wissen, wie der Static-Site-Weg heute aussieht, welche Abstriche er kostet und was er bringt. Andere Herangehensweisen auszuprobieren ist für mich der schnellste Weg, sie zu verstehen.
Der Stack
- 01Astro 5Static Site GeneratorMarkdown-first, Content-Collections, kein Client-JS ohne Grund
- 02MDXMarkdown-ErweiterungAstro-Components direkt im Text
- 03Eigenes CSSportiert aus theme.jsonSwiss-Style bleibt, Tailwind bleibt draußen
- 04Pagefindstatische Volltextsucheindexiert beim Build, keine API-Kosten
- 05Webhostingstatisch ausgeliefertliefert Dateien aus, mehr nicht
Bewusst nicht dabei: ein Frontend-Framework, ein Headless-CMS, ein Hosting mit eigenem Vendor-Lock. Die Seite ist ein Ordner voller Dateien. Das ist keine Askese, das ist der Punkt.
Was vom alten Theme übrig bleibt
Das WordPress-Child-Theme war schon Swiss-Style mit eigenem Blocksatz. Die Design-Tokens aus der theme.json (Farben, Spacing-Skala, Type-Scale) leben als CSS-Variablen weiter. Die Inter Variable im Latin-Subset kommt unverändert mit. Und die 20 Custom-Blocks aus dem Theme sind als Astro-Components nachgebaut, mit identischen CSS-Klassen. Wer die alte Seite kannte, erkennt die neue sofort wieder.
Weggefallen sind PHP, die Datenbank und der komplette Block-Editor-Unterbau. Der Umzug der alten Artikel läuft über ein kleines Import-Skript, das den WordPress-Export nach Markdown übersetzt.
Wie der Schreib-Workflow ohne Gutenberg konkret aussieht, steht im nächsten Eintrag.
Mit KI-Unterstützung geschrieben. Geprüft und freigegeben von Tobias Herold.Wie ich KI einsetze