Schwarzes, geflammtes NoNose-Surfboard

5,4 NoNose-Surfboard aus geflammtem Holz

Das schwarze Brett ist der kleine Bruder meines 5,6’er NoNose-Boards. Mit dem 5,6′ hatte ich viel Spaß und ich wünschte mir, dass ich dieses Board bereits vor einigen Jahren besessen hätte. Dann wären mir die Halsen deutlich schneller gelungen.

Bei starkem Wind war es für mich jedoch einen Tick zu groß und deswegen gibt es nun einen kleineren, leicht modifizierten Nachfolger.

Hollow-Wood-Konstruktion mit Paulownia-Außenhülle

Wie auch bei  parallel entstandenen 5,8’er Surfboard, habe ich mich bei diesem Board für einen einfachen Materialmix entschieden. Das Innengerüst ist aus leichtem Pappelsperrholz, die Außenhülle (Rails, Nose, Tail, Ober- und Unterdeck) bestehen aus Paulownia-Holz.

Um mal etwas Neues auszuprobieren, bekam das kleine Brett einen Channel im hinteren Drittel, wofür ich die breiten FCS2-Finnenkästen seitlich anpassen musste. Zusätzlich wurden die Finnenkästen alle Wenge-Holz überfurniert. Dies geschah in erster Linie aus optischen Gründen. Beim späteren Abflammen des Boards diente die dünne Hartholzschicht zudem als Schutz für den Kunststoff, der ansonsten geschmolzen wäre.

Natürliche Schwärzung durch Abflammen des Holzes

Die offensichtlichste Neuerung ist die nahezu schwarze Optik des Surfbretts. Das Abflammen der Oberfläche mit einem Bunsenbrenner war eine spannende, wenn auch nervenaufreibende Prozedur. Immer den möglichen Totalschaden vor Augen, wurde das Surfbrett beidseitig geflammt, bis die Oberfläche eine homogene schwarze Färbung hatte.

Auf Fußschlaufen-Inserts verzichtete ich bewußt, damit ich beim Kitesurfen nicht in Versuchung komme und weiter an meiner Strapless-Technik arbeite. :-)

Nach einem Zwischenschliff, bei verkohlte Holzrückstände entfernt wurden, und 5 Lagen Yachtlack ist das Board nun fertig für den Einsatz. Die Kombination mit dem schwarzen Logo und dem schwarzen Tailpad wirkt schön edel.

In der Boardübersicht gibt es noch einige weitere Informationen und Fotos vom geflammten 5,4’er NoNose-Surfboard.

 

 

5 Gedanken zu „5,4 NoNose-Surfboard aus geflammtem Holz“

  1. Inspiriert von deinem Board, hab ich gestern mal einen „Flammtest“ unternommen. Ein leichte Flämmung hebt die Maserung super hervor. Das Teststück hab ich dann mal mit Lanolin eingerieben und in die Sonne gelegt. Eine Seite geflammt, Lanolin, die andere Seite nur Lanolin.
    Das Lanolin hebt die KOntraste nochmals, nicht so doll wie Epoxy oder Lack, aber mit dem Ergebnis bin ich echt zufrieden. Ob das Flammen die Oberfläche auch noch „härtet“ glaub ich aber nicht wirklich.
    Mein aktuelles Projekt wird jetzt geflammt und mit Lanolin behandelt, das wird der „Darth Eco Vader“.

    1. Guter Name! :-) Ich hatte bei meinem Board gehofft, dass es matt schwarz wird. Aber nach dem Entfernen des losen verkohlten Holzes ist der Eindruck eher dunkelbraun. Das finde ich ein bisschen schade. Aber um die Struktur des Holzes hervor zu heben, ist die Methode super.

      Einen kleinen Nachteil hat das Flammen allerdings in der späteren Praxis. Dadurch dass die weichere Splintholz stärker weg brennt als das härtere Kernholz, ist die Oberfläche nicht mehr absolut glatt sondern besitzt geringe Vertiefungen. Das Entfernen des Surfwachses wird dadurch erschwert. Allerdings hält es auch besser auf dem Wasser. Aber man sich ja mit einem Fön behelfen…

      1. Ich hoffe hier auf das Lanolin, angeblich wird das bei Berührung mit Wasser „sticky“ und dringt es was aus dem Brett hervor, was wachsen eigenlich überflüssig machen sollte. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es wird und ob alles wie gewünscht. Es wird ein „horizontal chambered“ aus Bauhausbrettern. Die mittleren Bretter werde ich wohl einfach mit der Stichsäge aussägen, das jeweils untere und ober Brett muss allerdings auf etwa die Hälfte ausgefräst werden, mal schauen, ob ich das mit meinem bescheidenen Equipment schaffen werde. Und immer wieder die Problematik „wie leicht“ gegen „wie stabil“…

  2. Hey Tobias,

    hast du schon mal versucht Wachs von dem Board wieder runter zu bekommen? Mag sein das es bei mir an dem 10°C Wachs lag (klebt wie Pupatz) aber mit dem normalen Wachskamm macht das keinen Spaß. Die Oberfläche wirkt „stumpf“ wenn ich das mal so umschreiben darf und erschwert das entfernen von altem Wachs schon sehr.

    1. Ich lege die Boards immer in die Sonne oder benutze einen Fön, wenn es zu kalt ist. Ich hatte noch nie Probleme das alte Wachs wieder von den Yachtlack-Oberflächen runter zu bekommen. Selbst bei dem kleinen Schwarzen, bei dem die Holzstruktur ja sehr ausgeprägt ist. Und hinterher glänzen die Boards wie poliert.

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