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#astro #obsidian #markdown #personal

Diese Seite selbst: Ich schreibe in Obsidian und veröffentliche direkt aus meinem Second Brain. Das Design ergibt sich aus dem Markdown, Astro macht daraus eine schnelle, statische Website.

Diese Website ist mein eigenes Projekt, und mit der alten WordPress-Seite hat sie nichts mehr gemein. Das Design habe ich neu entwickelt, als eigenes kleines Designsystem mit Gelb und Schwarz als Hauptfarben. Aus der WordPress-Zeit ist keine Zeile übrig, auch kein Backend, in das ich mich einloggen müsste.

Warum ich direkt aus meinem Second Brain veröffentliche

Meine Texte entstehen sowieso in Obsidian, in meinem Second Brain. Dort sammle ich Notizen, Quellen und Entwürfe, dort hängt alles zusammen. Mit WordPress kam danach jedes Mal derselbe Schritt: Text rauskopieren, im Editor neu formatieren, Links reparieren, Bilder nachziehen. Dieser Medienbruch nervte und kostete Zeit. Immer wenn der Text eigentlich fertig war, musste ich ihn nochmal neu anfassen.

Jetzt veröffentliche ich direkt aus meiner Wissensdatenbank. Die Seitentexte liegen als Markdown-Dateien in einem Ordner meines Second Brain, aufgebaut wie die Sitemap dieser Seite. Ich ändere einen Absatz, schaue mir die Seite lokal an, sage meinem KI-Assistenten in Obsidian „live gehen“, und etwa zwei Minuten später ist die Änderung online.

Das spart Zeit, klar. Wichtiger ist mir aber, dass die Website und mein Wissen jetzt am selben Ort liegen. Ändert sich eine Förderregel oder kommt ein Projekt weiter, steht das zuerst in meinen Notizen und ist von dort schnell auf der Seite. Ich gleiche die Seitentexte direkt mit meinem Second Brain ab, statt zwei Stände nebeneinander zu pflegen. Neues Wissen ist so in Minuten eingebaut, nicht erst, wenn ich mal wieder Lust auf den WordPress-Editor habe.

Ein paar Dinge erledigt der Build dabei von selbst. Interne Verlinkungen aus der Wissensdatenbank werden zu echten Links auf der Seite. Interne Abschnitte meiner Notizen, etwa meine Anmerkungen zum Entwurf, schneidet er ab, bevor etwas online geht.

Das Design kommt aus dem Markdown

Ich schreibe nur Markdown, also normalen Text mit ein paar Zeichen für Überschriften, Listen und Hervorhebungen. Das komplette Design leitet sich daraus ab. Ein fett gesetzter Link wird zum gelben Knopf. Ein markiertes Wort bekommt den gelben Textmarker. Unter einer Überschrift reicht ein kurzer Kommentar, und die Unterpunkte stehen als Raster aus Kästen da. Der Abschnitt „Häufige Fragen“ am Ende einer Seite wird zur Fragenliste, und Suchmaschinen bekommen die Fragen gleich maschinenlesbar mit.

In Obsidian sieht das aus wie eine ganz normale Notiz. Beim Schreiben denke ich nicht ans Layout, und trotzdem sieht jede Seite so aus, wie ich sie haben will.

Warum Astro

Astro baut aus den Markdown-Dateien beim Veröffentlichen fertige HTML-Seiten. Auf dem Webspace liegen danach nur noch Dateien, ohne Datenbank und ohne PHP. Deshalb ist die Seite sehr schnell: Der Server muss nichts zusammenbauen, er liefert aus, was schon fertig daliegt.

Und es gibt kaum etwas, das man hacken könnte. Kein Login und keine Datenbank heißt auch keine Plugins, die nachts eine Sicherheitslücke aufreißen. Bei der Recherche für meine Beratung finde ich gerade fast jede Woche WordPress-Seiten von Betrieben aus der Region, auf denen versteckte Casino-Werbung eingeschleust wurde. Bei einer Seite aus reinen Dateien gibt es dafür praktisch keinen Angriffspunkt.

Mundgerecht für KI-Agenten

Immer mehr Besucher einer Website sind keine Menschen. Es sind Sprachmodelle und KI-Assistenten, die eine Seite im Auftrag von jemandem lesen und zusammenfassen. Für diese Besucher liegen meine Inhalte agentengerecht bereit: Jede Inhaltsseite gibt es zusätzlich als reines Markdown, zum Beispiel /kontakt/index.md. Dazu kommt eine llms.txt als Inhaltsverzeichnis für Sprachmodelle. Die Beratungsseiten beginnen außerdem mit einem kurzen Absatz „Kurz zusammengefasst“, den ein Agent direkt übernehmen kann, ohne erst Navigation und Design auseinanderzunehmen.

Weil die Texte ohnehin als Markdown entstehen, kostet mich das keinen Extra-Schritt.

Für wen das passt

Dieser Ansatz ist nichts für jeden Betrieb, er ist schon etwas nerdig. Statt mit einem Editor im Browser arbeiten Sie mit Markdown-Dateien, einem Git-Repository und einem automatischen Veröffentlichungsablauf. Wer im Team einfach schnell einen Text ändern will, ohne sich damit zu beschäftigen, ist mit einem klassischen WYSIWYG-System besser bedient.

Wenn Sie technisch versiert sind und Ihr Wissen ohnehin in Markdown pflegen, ist es ein spannender Weg. Sie schreiben an einer Stelle und veröffentlichen von dort.

Unter der Haube stecken Astro 7, die Markdown-Dateien aus Obsidian, Pagefind für die Suche ohne Suchserver, GitHub Actions für das Veröffentlichen und ein Webspace auf einem virtuellen Server. Den ersten Schritt im Juli, damals noch mit dem alten WordPress-Design, habe ich im Blog beschrieben: Von WordPress zu Astro.