Hollow Wood Surfboard Rahmen

Kitesurfboard in Hollow Wood Bauweise (2) – Grundgerüst

Die Hollow-Wood-Konstruktionbauweise ist die aufwendigste Art Surfbretter zu bauen. Die üblichen Alternativen mit PU-Schaumkern oder ausgehöhlten Balsa-Blanks sind wesentlich einfacher zu realisieren. Aufgrund der Komplexität der Skelettgerüstes sowie der großen Anzahl konstruktiver Knotenpunkte, bietet sich die Planung per CAD an.

Während man bei üblichen Herangehensweisen eher einen substraktiven Ansatz verfolgt, d.h. Material von einem bestehenden Baustoffkern weg nimmt und sich so schrittweise an die endgültige Form annähert, ist der Entstehungsprozess bei der Hollow-Wood-Bauweise additiv, d.h. man konstruiert und baut das Board vom Kerngerüst ausgehend zur Außenhaut hin und ergänzt schrittweise Bauteile. Beide Herangehensweisen haben ihren ganz eigenen Reiz. Während man bei Schaumkerne das spätere Board wie ein Bildhauer aus einem Block heraus arbeitet, fasziniert bei der Hollow-Wood-Bauweise das filigrane Holzskelett.

Und wenn man die Hollow-Wood-Bauweise mit Perimeter-Rails à la Danny Hess kombiniert, wird es noch etwas komplizierter…

Konstruktion im Überblick

Die einzelnen Bauteile von innen nach außen:

  • Holzskelett aus Kiefer- und Pappelsperrholz (6mm, 4mm)
  • Squashtail aus massivem Pappelholz
  • Verstärkungen für Fussschlaufen und Finnenkästen aus massivem Pappelholz
  • Massive Perimeter-Rails, schichtverleimt aus Pappelsperrholz und Kork
  • Top- und Bottomdeck aus Pappelsperrholz (4mm)
  • zusätzliche Lage aus Nussbaumfurnier (Optik/Stabilität, 1mm)
  • Kunststoff-Inserts für Futurefins, Leash und Fussschlaufen
  • 2 Lagen Glasfaser mit Epoxyharz (für Wasserdichtigkeit, 160g/qm)

Die einzelnen Bauteile wurden dabei mit wasserfestem Holzleim sowie wasserfestem, aufschäumendem PU-Leim verklebt (D4-Qualität, seewasserfest).

Planung in Aku Shaper

Für die Entwicklung des Grundshapes wurde die Software-Kombination Aku Shaper /  Hollow Wood Template Maker eingesetzt.

Ziel war es ein größeres Kiteboard Directional für kleine Wellen zu entwickeln, welches früh angleitet und leicht zu halsen ist. Also ein Spaßbrett für die gemäßigteren Kitetage in Kiel und Umgebung, an denen die Wellen nicht über 1 Meter hoch sind und der Wind moderat bläst.

Die Planung des Blanks in Aku Shaper ist auch ohne vorherige CAD-Kenntnisse in kurzer Zeit erledigt. Harmonische Outlines, eine ausgeglichene Volumenverteilung und ein breites Squashtail geben die Grundform vor. Ein klassischer Wellenreit-Shape nur mit dem Unterschied, dass die Scoop-Rocker-Linie weniger ausgeprägt ist und die Rails zum Heck hin scharf auslaufen.

Via Hollow Wood Template Maker wird aus der Aku Shaper-Datei ein Hollow-Wood-Grundgerüst generiert und als PDF ausgegeben. Die Datei wird auf dem Plotter 1:1 ausgedruckt, um später auf Sperrholzplatten übertragen zu werden.

Hollow Wood Grundgerüst

Mit der Bandsäge können anschliessend die Einzelteile sauber ausgeschnitten werden. Die einzelnen Rippen werden mit wasserfestem Holzleim verklebt und jeweils rechtwinklig fixiert, da die Symmetrie ansonsten nicht mehr gewährleistet ist. Nachdem die äußeren Leisten befestigt sind, ist die endgültige Form des Surfbrett zu erahnen. Der Holzblock für das Squashtail, in welches auch der Insert für die Leash-Befestigung eingelassen wird, sowie die massiven Holzverstärkungen für Finnenkästen und Fussschlaufen vervollständigen das Holzskelett.

Bedauerlich, dass man das filigrane Holzskelett später nicht mehr sieht. Es ist unglaublich leicht und die Vorstellung fällt schwer, dass es einmal Sprünge aus mehreren Metern aushalten soll kann.

3 Gedanken zu „Kitesurfboard in Hollow Wood Bauweise (2) – Grundgerüst“

  1. Hi Thomas, ich bau gerade mein 2. SUP in der Holzbauweise und habe einen Schweizer Hobel, der eine verstellbare Klinge hat, die wie eine Rasierklinige ausgewechselt werden kann. Fanatastisch. LG Andreas (bestellen bei Feine Werkzeuge Dictum).

  2. Hi Tobi,

    absolut geniale Seite, die du hier aufgebaut hast.

    Ich fange hier in Düsseldorf grade an mich mit dem Bau von Holzbrettern zu beschäftigen.
    Mache das hier bei uns im FabLab / offene Werkstatt. Webseite habe ich dir unten aufgeschrieben.

    Kannst du mir eine Empfehlung für Hobel geben, mit denen du großflächig und an den Rails arbeitest. Ich glaube, einen japanischen Hobel bei dir gesehen zu haben. Viele Grüße aus Düsseldorf! Thomas

    1. Hi Thomas, ja ich verwende einen Japan-Hobel von Dictum. Er hat den Vorteil, dass er relativ schwer ist und deswegen gut gleitet. Die günstigen Japan-Hobel, die man beispielsweise bei Ebay bekommt, sind deutlich dünner und leichter.

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