Ingesamt habe ich in den letzten Wochen vier Surfbretter (Big Stick 6,6′, Quad-Fish 5,4′ und Schwarz lasiert 5,4′) fertig gebaut, die bedingt durch einen leichten Corona-Motivations schon länger halbfertig in der Werkstatt lagen und langsam zustaubten.
Hier kommt nun mein Lieblingsboard, mit dem ich auch schon mehrfach auf dem Wasser war.
Schwarz ist relativ, habe ich bei diesem neuen Projekt gelernt. Mit einer umweltfreundlichen, schwarzen Lasur von AURO wollte ich einmal wieder ein dunkles Board bauen. In der Kombination mit dem hellen Paulownia-Holz wurde es jedoch nur Mittelgrau. Mit den Holz- und Kork-Details ist es dennoch ein sehr edles Stück geworden. Und man sieht dem Board nicht mehr an, dass es sich eigentlich um einen ehemaligen Totalschaden handelt. Upcycling par excellence.
Das kompakte Surfboard ist eine Weiterentwicklung des 5.3ers mit den eckigen Finnen bzw. ein Recycling-Projekt, da zwei von dessen eingeklebten Finnen leider der Belastung beim Springen irgendwann nicht mehr stand hielten – und heraus brachen. Da das Board sich aber ansonsten super fuhr, habe ich mir die Arbeit gemacht und die Holzaussenhülle mit viel Geduld abgeschält und den Schaumkern wieder verwendet. Diesmal habe ich jedoch FCS II-Finnenkästen verwendet und den Blank zusätzlich an den Finnenpositionen mit Holz verstärkt. Das passiert mir kein zweites Mal.
Ansonsten ist es natürlich kein klassischer Fish-Shape, sondern eher eine moderne Interpretation mit leicht eingeschnittenem Tail und Quad-Finnenkonfiguration. Ich glaube, ich werde das Board aber auch einmal mit einem Twin-Set testen. Bin gespannt, wie sich das bemerkbar macht bei den Fahreigenschaften.
Ich bekomme irgendwie gute Laune, wenn ich das Board ansehe. Nach den guten Erfahrungen mit dem Vorgänger freue ich mich auf das gutmütige Fahrverhalten und die exzellenten Frühgleit-Eigenschaften. Das Teil ist perfekt für kleine Wellen und leichten Wind – Bedingungen, die wir hier oben an der Ostsee im Sommer häufig haben.
Bauweise
Wie bereits geschrieben, handelt es sich um einen recyceltes Surfboard. Den XPS-Kern des Vorgängers konnte ich glücklicherweise vollständig wieder verwenden. Der Kern ist mit Paulownia-Holz ummantelt und bekam dann noch einen Nose- und Tailblock aus Mahagoni sowie Rails aus Kork.
Die Umrahmung des hellen Paulownia-Blanks mit dem dunkleren Mahagoniholz und den Kork-Rails gefällt mir wirklich gut. Die FCS II-Finnenkästen sind mit Nussbaum verkleidet, Mahagoni wäre natürlich konsequenter gewesen, aber ich hatte sie schon fertig in der Schublade liegen. Der Unterschied fällt auch nur bei genauem Hinsehen auf..
Vervollständigt wird das Setup durch ein dreiteiliges Kork-Tailpad von ecoPro. Auf einen Leash-Plug habe ich diesmal bewusst verzichtet, da man in den Leichtwindbedingungen, für die das Directional gedacht ist, sein Board nie verliert.
Für die Versiegelung habe ich Bio-Epoxy genommen. Es ist im Gegensatz zu den Bootslacken glasklar und das Paulownia bekommt keinen honigfarbenen Touch. Das hat mich bei den letzten Surfbrettern hinterher optisch immer etwas gestört.
Maße
Größe: 5,4′ (164 x 48 x 5cm) Gewicht (inkl. Tailpad): wird noch gewogen…
Ich habe mich sehr gefreut, als ich am Wochenende in den Kieler Nachrichten den Artikel über das wohl nachhaltigste SUP der Welt entdeckte, welches der Extremsportler und Umweltaktivist Michael Walther und Jannek Grocholl von Board Lab aus Kiel realisiert haben.
Vor gut einem Jahr besuchte Michael mich nämlich in Kiel und wir sprachen über seine Vision von einem nachhaltigen Standup-Paddle-Board, welches einen möglichst geringen ökologischen Fussabdruck hinterlassen sollte. Ich erzählte ihm damals von meinen Erfahrungen mit verschiedenen Materialien und Bauweisen. Allerdings konnte ich ihm damals selbst nicht weiterhelfen, da ich beruflich leider zu stark eingespannt und außerdem gerade frisch mit meiner Werkstatt umgezogen war.
Aber es ist toll, dass er das Ziel so konsequent weiter verfolgt hat und mit Jannek Grocholl von Board Lab einen passenden Partner für die Umsetzung gefunden hat. Dass mit Fanatic auch ein großer Hersteller das Projekt unterstützt, finde ich bemerkenswert und weckt Hoffnung.
Wer häufiger hier im Blog mitliest, wird bemerkt haben, dass ich eine kleine Leidenschaft für Alaias entwickelt habe.
Die finnenlosen Holzboards, deren Ursprünge auf die hawaiianischen Ureinwohner zurück gehen, sind schnell gebaut und machen überraschend viel Spaß auf dem Wasser. Und das vor allem in nicht optimalen Bedingungen, wenn der Wind schwach und die Wellen klein sind. In diesem Sinne sind sie die perfekten Spielzeuge für den Sommer.
Leider haben sie eine Achillesferse. Die dünnen Holzbretter reißen gerne entlang der Holzfaserrichtung.
Um das Problem zu beseitigen, habe ich bei meinem neuen Alaia Querverstärkungen integriert. Ich hoffe, der Plan geht auf.
Ich habe das neue Board als Nachfolger für den schwarz geflammten 5,4’ers gebaut. Die Fahreigenschaften des alten Boards sind sehr gut und ich bin ihn wirklich gerne gefahren, aber manchmal wünschte ich mir ein Board, was noch runder halst und harmonischer die Wellen abreiten lässt. (mehr …)
Das Surfbrett ist ebenfalls eine Variante meines bewährten 5,8er Shapes. Die Außenhülle ist aus Pappelsperrholz, welches ich zusätzlich mit Satin-Nussbaum furniert habe.
Am Wochenende habe ich das schöne Wetter genutzt, um noch ein paar neue Fotos zu machen. (mehr …)
Die Bedingungen waren am Wochenende leider nicht optimal. Der Südwestwind war stellenweise sehr böig und blies in Heidkate leicht ablandig mit rund 5 Beaufort, wodurch die Wellen etwas mickrig ausfielen. Aber die Sonne schien, auf dem Wasser war es herrlich leer und das kleine 5,6er Shortboard kam endlich mal wieder zum Einsatz.
Der italienische Shaper Luca Bressan lebt in den Dolomiten, 200 Kilometer entfernt von der nächsten Küste. Er baut seine Surfboards aus Holz und verzichtet vollständig auf Kunststoffe. Um einen hohen technischen Standard, niedriges Gewicht und Wirtschaftlichkeit gewährleisten zu können, setzt er dabei auf CNC-Technik und fräst seine Boards aus vorbereiteten Holz-Blanks. Selbst die Finnen und Finnenkästen werden aus massivem Holz gefräst.
Das Gewicht seiner Boards ist mit 3-4 Kilogramm absolut konkurrenzfähig. Als Finish wird nur Leinöl verwendet. Einzig die Frage, welches Holz Luca für seine Surfbretter verwendet bleibt unbeantwortet.
Sehr sympathischer Typ, der seine persönliche Bauweise perfektioniert hat. Man kann ihm nur viel Erfolg mit seinen Surfboards wünschen.