Wooden Touring SUP

GAU beim Furnieren des Touring-SUP

Der Innenrahmen des Touring-SUP stand nun fast ein Jahr bei mir im Surfbrett-Ständer im Wohnzimmer. Im Sommer verleimt ich noch das Unterdeck, aber danach schlief die Motivation wieder ein. Es gab einfach immer Wind – und dann sind die Prioritäten klar.

In den letzten Wochen wollte ich das SUP aber nun endlich vollenden und verkleidete alle Flächen mit leichtem Pappelsperrholz. Die runden Bereiche der Rails und den Übergang vom erhöhten Bug zum Standbereich schloss ich mit Paulownia-Leisten per Bead&Cove-Methode.

Als krönenden Abschluss wollte ich am Wochenende das Oberdeck des SUP mit Kirschbaumfurnier verkleiden. Nur für die Optik, nur mal eben schnell, und dann passierte es…

Furnieren mit leichtem Unterdruck

Ich hatte keine Lust das Furnier aufzubügeln. Warum auch, meine Vakuumpumpe hat mir bisher immer gute Dienste geleistet.

Die Bequemlichkeit siegte, ich beschloss jedoch, das SUP mit möglichst geringem Unterdruck zu furnieren. Bei 0,3 bar lag die Folie sauber an und das dünne Furnier drückte sich ausreichend in die Rundungen. Weniger Druck wäre nicht möglich gewesen, ohne sogenannte Kirschner (Furnierblasen) zu riskieren. Schon jetzt musste ich an einigen Stellen die Luft vorsichtig heraus streichen. Knaaarz und…

PENG!

Was war geschehen? Im Unterdeck hielt das dünne 4mm Pappelsperrholz dem Druck nicht stand und brach. Unglücklicherweise wurde der Vakuumsack durch den Bruchschlitz in das Innere gezogen und riss teilweise auch noch die Stege der Rippen weg, wodurch das Deck noch weiter einbrach.

Dies geschah in wenigen Sekundenbruchteilen. So schnell konnte ich den Stecker der Vakuumpumpe gar nicht ziehen.

Im ersten Augenblick war der Schreck und der Frust groß. Deck gebrochen, Rippen gebrochen und die mühsam verleimten Paulownia-Rails stellenweise eingerissen. Objektiv betrachtet ein Totalschaden.

Nachdem ich einen Tag meine Optionen abgewogen habe, bin ich nun doch überzeugt, dass es reparabel ist. Ich werde im ersten Schritt den gebrochenen Teil des Unterdeck vorsichtig heraus trennen, dann die Rippen und Paulownia-Rails rekonstruieren und abschließend das Deck mit einer exakt passenden Sperrholzplatte wieder schließen. Nervige Fummelarbeit, aber es sollte machbar sein.

Beim nächsten SUP werde ich auch im Unterdeck einige Längsstreben zur Verstärkung einziehen, dann sollte das Furnieren problemlos klappen. Wenn ich die Pumpe anstelle, werde ich dann sicherlich ziemlich feuchte Hände haben…

7 Gedanken zu „GAU beim Furnieren des Touring-SUP“

  1. Whow, richtig koole Seite, interessant wo die Wurzeln vom Surfen so herkommen. Habe mir das fertige Alaia von Naish bestellt…mal sehen obs bockt.
    Nen Holz-Foil ist schon krass :)
    Jedenfalls hat Holz eine superschöne Optik, wirkt edel und hat was echt root-mäßiges…

    Lg flo kiter / kitelehrer

  2. Hallo Tobias,

    wollte mal fragen wie weit du nach dem GAU des Boards bist?
    Hast es reparieren können und schon die Jungfernfahrt unternommen?

    Ich warte ja vergebens auf tolle Instruktionen, Bilder und den Bauplan. Ohne dies trau ich mich irgendwie noch nicht ganz dran.

    Gruß Benni

    1. Die Reparatur war ganz schön zeitaufwendig. Ist aber gelungen. Ich bin jetzt wieder am Ausgangspunkt und werde am Wochenende das Oberdeck furnieren. Diesmal aber mit Bügeleisen und Weißleim. :-)

  3. Noch ein GAU: Jungfernfahrt am 4. Advent, super Bedingungen: Sonne , ruhiger Fluß, recht warm.
    Der Shape ist super, recht kippelig aber gut machbar, agil, laufruhig und sehr richtungsstabil, bei Heckbelastung dennoch wendig. LEIDER nach der Probefahrt, etwas WASSER im Board. Daher leider erst trocknen und Lecksuche. Gottlob ist Winter.
    SCHÖNE WEIHNACHTSZEIT
    ANdreas

    1. Es freut mich, dass der Shape funktioniert. Ich bin mit der Reparatur von meinem Touring-SUP auch fast fertig und heiß auf die Jungfernfahrt.

      Tut mit leid, dass du ein Leck hast. Aber glücklicherweise ist es bei dir nur Süßwasser. Das sollte gut trocknen.

      Dir auch schöne Feiertage!
      Tobias

  4. Lieber Tobias, ich habe den Eintrag erst jetzt gelesen. Das sieht ja schlimm aus. Hoffentlich kriegst Du das wieder hin. Wie Du ja Weißt ist mir das am Heck durch einen Sturz auch passiert. Mein Board ist jetzt bis auf den Nasscchliff des Gelcoats fertig und steht im Wohnzimmer. Durch das Epoxy ist das Board sehr stabil geworden. Endgewicht 14,6kg. Das Furnier hat sicher über ein Kilo gekostet. Kopf hoch.
    Insgesamt ist der Shape nicht ganz so einfach. LG Andreas

    1. Danke für die Aufmunterung! Nach zwei Tagen habe ich es langsam verdaut und bin ganz optimistisch, dass ich es reparieren kann. Nächstes Wochenende geht es los. Ich will auch das Riesending aus meiner Werkstatt raus haben…es blockiert alle anderen Projekte. :-)

      14,6kg sind doch ein sehr gutes Gewicht für so eine großes SUP. Die Form werde ich bei nächsten Version entschärfen. Entweder es gibt eine einfache Stufe oder einen sanfteren Übergang.

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