Gestreiftes Kite-Surfboard 5.4′

Ingesamt habe ich in den letzten Wochen vier Surfbretter (Big Stick 6,6′, Quad-Fish 5,4′ und Schwarz lasiert 5,4′) fertig gebaut, die bedingt durch einen leichten Corona-Motivations schon länger halbfertig in der Werkstatt lagen und langsam zustaubten.

Hier kommt nun mein Lieblingsboard, mit dem ich auch schon mehrfach auf dem Wasser war.

Perfekter Wohlfühl-Trim

Insgesamt ähnelt der Shape sehr dem des schwarz lasierten Directionals, aber es ist etwas breiter und verfügt über fünf FCS2-Finnenkästen, wodurch man es wahlweise in Thruster- oder Quad-Konfiguration fahren kann (Thruster = mehr Drehfreude, Quad = mehr Speed).

Ich bin es bisher mit Thruster-Set gefahren und bin immer wieder erstaunt, wie gut das Surfbrett für mich passt. Schon beim ersten Start habe ich mich drauf gestellt und die Standposition und Trim – vorderer Fuß auf letztem schwarzen Streifen, hinterer Fuß wirklich exakt mittig auf Tailpad – waren für mein aktuelles Körpergewicht von 82kg einfach perfekt. Und blieben es auch während der gesamten Surf-Session. In dieser Qualität habe ich das noch bei keinem Surfbrett erlebt.

Einem Freund, der das Surfbrett später fuhr, ging es ähnlich. Draufstellen, passt, alles funktioniert wie von selbst. Ich denke dieses Board werde ich als Grundlage für Weiterentwicklungen nutzen, auch um eventuell noch kleinere Varianten in 5,2′ und 5,0′ zu bauen. Man muss ja für den Herbst gerüstet sein…

Kitesession mit neuem Surfbrett in Heidkate
Erste Kitesession in Heidkate

8 Gedanken zu „Gestreiftes Kite-Surfboard 5.4′“

  1. Hallo Tobias,

    bin schon lange begeistert von Deinen boards und würde mir auch gerne eines bauen. Die Frage ist nur noch ob aus Paulownia oder XPS Platten? … und ncoh ein paar andere Fagen:

    Gibt es irgendwo eine Form an der ich mich orientieren kann? Kann ich zunächst auf Finnen verzichten und nur Channels einbauen? Wie oft muss ich den Schaukern laminieren und mit Gewebe belegen, damit er stabil ist? Hast Du vielleicht eine Anleitung in Teilschritten?

    Danke und Gruß Steffen

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    • Das sind ein Haufen Fragen auf einmal. :-)

      Ob hohles Brett in Hollow-Wood-Bauweise mit Paulownia-Innengerüst oder mit (XPS-)Schaumkern ist eine Grundsatzfrage. Handwerklich anspruchsvoller und reizvoller finde ich persönlich die hohle Bauweise. Mit Schaumkern sind Board allerdings widerstandsfähiger.

      Es gibt ein paar Anbieter im Web wie beispielsweise Grain Surfboards, die Pläne anbieten. Ich habe das auch vor, aber komme zeitmässig leider nicht dazu. Und schaffe es leider auch nicht eine schrittweise Anleitung zu erstellen. Das ist aber schon lange auf meiner persönlichen Wunschliste.

      Auf Finnen kann man verzichten, aber es ist dann eine andere Art des Surfens. Eine Alaia fährt man wie ein Snowbooard über die Kante. Sobald man es plan stellt, rutscht man man weg. Channels sind kein Ersatz für Finnen, sie unterstützen nur die Führungseigenschaft.

      Ich laminiere meine Boards überhaupt nicht. Ich verstärke nur die Holzdecks unten mit Flachsfaser an den belasteten Bereichen (Bsp. Standbereich, Foil-Aufnahme). Eine Lage reicht generell völlig.

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    • vielen Dank für Diene hilfreichen Antworten – Ich habe jetzt eine erste Idee und wenn es klappt berichte ich mal -)

      Gruß Steffen

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  2. Moin Tobi,
    deine Bretter und dein Blog sind ein Traum! Danke dir fürs Teilen und Motivieren! :-)

    Nachdem mein Busausbau die Liebe zum Arbeiten mit Holz geweckt hat, möchte ich in diesem Winter mein erstes Kite-Directional bauen. Für Hollow Wood fehlen mir Fräse/CAD/Plotter, weshalb ich mit einem Schaumkern starten möchte. Würdest du das empfehlen für den Anfang? Oder ist es ohne CAD/Plotter komplett aussichtslos? :-D

    Du benutzt EPS richtig? Einen komplett natürlichen (nicht petro basierten, also aus Mais o.ä.) und technisch geeigneten Schaum gibt es derzeit einfach noch nicht oder?

    Vielen Dank dir für jeden Tipp!!

    Beste Grüße,
    Christian

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    • Hi, ohne Schablonen ist es sehr schwierig, eine symetrische Outline und besonders eine harmonische Scoop-Rockerline zu shapen. Aber die „bildhauerische“ Arbeit macht auf jeden Fall Spaß. Wenn du nicht den Anspruch hast, dass du hinterher einen wettbewerbtauglichen Shape erhältst und dir es beim ersten Board um den Spaß und den Lernprozess geht, dann leg los. Versuche am Besten ein bestehendes Board nachzubauen und vergleiche permanent die Maße. Von der Outline kkann man leict eine Schablone aus Pappkartons erstellen, bie der Scoop-Rockerline ist es schwieriger.

      Ich arbeite bei den Schaumkernen, mit dem Material, was ich finde. Bei den Kite-Directionals habe ich XPS-Platten vom Baumarkt verwendet, beim Wing Foil Board war es Upcycling eines alten Standup Paddle Boards. Es gibt leider noch keine ökologische Alternative aus Pilz-, Milch- oder Holzschaum. Aber das ist nur eine Frage der Zeit.

      Ansonsten viel Erfolg!

      Antworten
      • Hi Tobias!

        Vielen Dank dir für deine ausführliche Antwort und den Ansporn! Dann mache ich mich mal dran! :-)

        Ich habe noch weiter recherchiert und bin dabei auf ‚Papira von Stora Enso‘ gestoßen, ein Cellulose basierter Schaumstoff, der EPS-Eigenschaften haben soll. Das klingt aus meiner sehr laienhaften Sicht nach einer Lösung. Scheint, die sind gerade dabei das marktreif zu bekommen. E-Mails an den Hersteller blieben bisher unbeantwortet. :-D

        Eine letzte Frage: Kannst/Magst du für das Pauwlonia einen Shop empfehlen, bei dem man gute Qualität bekommt, oder empfiehlt sich auch hier der Baumarkt?

        Tausend Dank dir!! Bin gespannt was du noch so alles Schönes baust und postest!

        Beste Grüße,

        Christian

        Antworten
        • Im Bereich der Entwicklung von nachhaltigen Schaumalternativen ist seit 2-3 Jahren viel Bewegung. Ich gehe davon, dass in naher Zukunft etwas marktreif wird. Das wäre ein Riesenschritt. Papira hört sich vielversprechend an. Bin gespannt, ob sie dir noch antworten.

          Ich habe leider keine gute Paulownia-Quelle. Früher habe ich die Leimholzplatten von BAUHAUS verwendet, deren Qualität aber sehr schwankt. Irgendwann bin ich durch Zufall ein Kubikmeter Paulownia gekommen – von dem ich immer noch zehre. :-)

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